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Sonderöffnungen bei Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße
Verkaufsoffener Sonntag und Oster-Shopping

Am Sonntag, den 21. März 2010 hat Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Zum Oster-Shopping hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.

Verkaufsoffener Sonntag am 21. März von 13:00-18:00 Uhr

Neben den aktuellen Frühjahr/Sommer Trends bei Fashion präsentiert die Firma Ballarini von 14:00-18:00 Uhr Showkochen im 3. Obergeschoss.
Höchste Zeit, sich mit Süßigkeiten für das Ostereiersuchen einzudecken.


Oster-Shopping bei Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße

Am Gründonnerstag 1.4. und am Ostersamstag 3.4. hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.
Entspannt einkaufen und dabei geweinnen. Die Firma Le Creuset inspiriert Sie an beiden Tagen von 10:00-20:00 Uhr mit Kochvorführungen und einem Gewinnspiel. Tägliche Verlosungen. informieren Sie sich im 3. Obergeschoss.
Sonderöffnungen bei Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße
Verkaufsoffener Sonntag und Oster-Shopping

Am Sonntag, den 21. März 2010 hat Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Verkaufsoffener Sonntag und Oster-Shopping

Am Sonntag, den 21. März 2010 hat Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Zum Oster-Shopping hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.

Verkaufsoffener Sonntag am 21. März von 13:00-18:00 Uhr

Neben den aktuellen Frühjahr/Sommer Trends bei Fashion präsentiert die Firma Ballarini von 14:00-18:00 Uhr Showkochen im 3. Obergeschoss.
Höchste Zeit, sich mit Süßigkeiten für das Ostereiersuchen einzudecken.


Oster-Shopping bei Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße

Am Gründonnerstag 1.4. und am Ostersamstag 3.4. hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.
Entspannt einkaufen und dabei geweinnen. Die Firma Le Creuset inspiriert Sie an beiden Tagen von 10:00-20:00 Uhr mit Kochvorführungen und einem Gewinnspiel. Tägliche Verlosungen. informieren Sie sich im 3. Obergeschoss.

 

 
Wowereit und Brüderle erobern die ITB
Das Schöne an der ITB ist, dass dort alles schön ist: Auf Messerundgang mit Wowereit und Brüderle

Ein Riesending. Obwohl es auf der ITB weder Pferde noch Ochsen gibt, obwohl dort weder Showstars noch Köche herumhüpfen, nimmt sie inzwischen mehr Platz weg als Grüne Woche oder Funkausstellung.
Das Schöne an der ITB ist, dass dort alles schön ist: Auf Messerundgang mit Wowereit und Brüderle

Ein Riesending. Obwohl es auf der ITB weder Pferde noch Ochsen gibt, obwohl dort weder Showstars noch Köche herumhüpfen, nimmt sie inzwischen mehr Platz weg als Grüne Woche oder Funkausstellung. Das Prinzip Fernweh funktioniert und macht diese Messe zur mit Abstand weltläufigsten der Stadt; die Emirate, Kalifate und Sultanate dieser Welt sind geschlossen zur Präsentation angetreten, alle anderen möglichen Traumziele ebenfalls.

Der Schauwert für Nicht- Profis bleibt dagegen eher gering. Richtig lustig ist es vor allem am ersten Tag, und zwar überall dort, wo sich die Kurzreisenden Wowereit und Brüderle zum Rundgang einfinden und ausgeklügelten Torturen unterzogen werden. Bei Air Berlin beispielsweise gibt es Currywurst, die aber erst eingenommen werden darf, nachdem drei Sopranistinnen in sehr engen schwarzen Kleidern den wichtigen Gästen mit sattem Vibrato dreistimmig „O sole mio“ vorgetragen haben. Also ist sie lauwarm.

Doch das ist noch nicht alles, denn droben im ersten Stock, dem Vip-Bereich, wartet noch die Premiere der neuen Firmenhymne, ebenfalls exekutiert durch die drei Sängerinnen. Im Text wird viel geflogen und geglaubt und geträumt. Die Musik klingt, als hätte das Phantom der Oper irgendwas Falsches geraucht. Folglich stehen Minister und Bürgermeister baff da, Air-Berlin-Chef Hunold beginnt, enthusiastisch auf drei zu klatschen. Was sollen Wowereit und Brüderle tun? Sie klatschen mit und erzeugen damit einen Stimmungshöhepunkt der ITB.

In der großen Halle Polens werden die beiden Politiker nur von dezentem Wellness-Geklimper empfangen. Und die deutsche Tourismus-Zentrale, die sie nach hektischem Herumfahren übers Messegelände ebenfalls erreichen, spielt gar keine Musik und wird deshalb in Sachen Small Talk eher knapp gehalten.

Das Schöne an der ITB ist, dass dort alles schön ist. Alle teilnehmenden Länder gebieten über pittoreske Palazzi, türkisblaue Lagunen oder wenigstens akkurat durchgefegte Wüsten, und selbst eher fragwürdige Schurkenstaaten garantieren den Touristen einen Grad von Lebensqualität, wie er selbst an der Elbchaussee nur stellenweise erreicht wird. Fünf- Sterne-Urlaub kann man praktisch überall machen, lautet die Botschaft, Nordkorea vielleicht mal ausgenommen. Und wenn das Geld nicht reicht, packt der fernwehkranke Besucher die Info-Tüte der „Tropical Islands“ in Krausnick/Brandenburg etwas fester und schwenkt sie entschlossen vor dem Stand der Malediven, kann ja sein, dass dabei was überkommt. Flache Agrarländer, wie sie vor allem im deutschen Osten vorkommen, präsentieren sich als wohlig warme Sauna- und Badelandschaft, eine Wanne voll Heilschlamm findet sich noch im letzten Haufendorf.

Ein großer Teil der Ausstellung ist für Amateure ungeeignet. Es handelt sich um das weite Feld der Software, der Buchungsportale und anderer Hilfsmittel, ohne die heute selbst die Pension Hildegard in Süderbrüsum keine Überlebenschance mehr hat. Die fetten Kataloge, die überall ausliegen, wirken angesichts dieser Perspektiven hoffnungslos altmodisch. Aber wer sie alle durchblättert, der hat auch irgendwie Urlaub gemacht, und das für gerade einmal 14 Euro.

Der Tagesspiegel, [11.03.2010]; Foto: ITB Berlin

 
Theatertreffen 2010
"Theater-Oscars" in Berlin

Vom 7. bis 24. Mai 2010 trifft sich die deutschsprachige Theaterszene beim Bühnenoscar.
"Theater-Oscars" in Berlin

Vom 7. bis 24. Mai 2010 trifft sich die deutschsprachige Theaterszene beim Bühnenoscar. Im Haus der Berliner Festspiele versammeln sich Regisseure und Darsteller, Theatermacher und Journalisten, Dramatiker und theaterbegeisterte Gäste aus dem In- und Ausland.

Auf der Suche nach den 10 bemerkenswerten Inszenierungen der Spielzeit reiste die Kritikerjury ein Jahr lang durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Über 350 Stücke sichteten die Juroren in den Metropolen und in der Provinz. Fündig wurden sie in Berlin, Graz, Hamburg, Köln, München und Wien. Damit ist Österreich mit vier nominierten Produktionen der große Gewinner dieses Jahrgangs.

Deutschlands wichtigstes Theaterfestival versammelt das Who is Who der Regisseure: Karin Beier, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg, Luk Perceval, Nicolas Stemann. Erstmals stellt das Theatertreffen die bemerkenswerten deutschsprachigen Inszenierungen im internationalen Kontext vor: Der 31-jährige Ungar Viktor Bodó hat mit seiner Bearbeitung von Peter Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten" ein kleines Theaterwunder vollbracht. Die junge "Szputnyik Shipping Company" aus Budapest setzt in dieser Koproduktion mit dem Grazer Schauspiel 100 Minuten blanke Spiellust frei: eine hinreißend choreographierte multimediale Symphonie der Großstadt. Überraschend ist auch die Einladung des Künstlerduos Kelly Copper und Pavol Liska mit dem New Yorker "Nature Theater of Oklahoma". In Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater haben sie mit "Life and Times – Episode 1" ein herrlich schräges Musical komponiert. In der Regie des holländisch-flämischen Künstlerduos Johan Simons und Paul Koek wird aus "Kasimir und Karoline" ein Stück energiegeladenes Musiktheater. Diese Inszenierung vom Schauspiel Köln lässt die heutige Zeit spüren – jenseits jeglicher Folklore. Mit seiner 14. Einladung ist der Schweizer Christoph Marthaler Stammgast beim Bestentreffen. Sein Stillstandstheater zur Wirtschaftskrise "Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie" erlangte bereits Kultstatus.

Das dichte Festivalprogramm ist 2010 geprägt von Gegenwartsdramatik, Film- und Romanadaptionen, lebensweltbezogenen Projekten und performativen Inszenierungen.

Garantiert ist hochkarätiges Schauspielertheater mit: Daniel Hoevels, Judith Hofmann, Christoph Homberger, Jürg Kienberger, Hans Kremer, Barbara Nüsse, Annette Paulmann, Christiane von Poelnitz, Falk Rockstroh, Lars Rudolph, Maria Schrader, Bernd Stempel, Bettina Stucky, Victoria Trauttmansdorff, Julia Wieninger, Susanne Wolff, Patrycia Ziolkowska u.a.

Neben den großen Gastspielen gewinnen die drei Talente-Plattformen beim Theatertreffen immer mehr an Bedeutung. Der Stückemarkt für Gegenwartsdramatik ist ein Karrieresprungbrett für noch unentdeckte Dramatiker aus ganz Europa und fördert seine Autoren nachhaltig. Junge Theatertalente aus aller Welt tauschen sich beim Internationalen Forum mit erfahrenen Theatermachern aus. Das Theatertreffen-Blog bietet ambitionierten Nachwuchs-Journalisten die Chance, sich im Bereich des Online-Feuilletons zu profilieren.

Darüber hinaus lockt ein reiches Rahmenprogramm mit Diskussionen, Preisverleihungen, Konzerten und Partys ins Haus der Berliner Festspiele.

Weitere Informationen unter: www.berlinerfestspiele.de

 

 

 
Verkaufsoffener Sonntag und Oster-Shopping

Am Sonntag, den 21. März 2010 hat Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Zum Oster-Shopping hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.

Verkaufsoffener Sonntag am 21. März von 13:00-18:00 Uhr

Neben den aktuellen Frühjahr/Sommer Trends bei Fashion präsentiert die Firma Ballarini von 14:00-18:00 Uhr Showkochen im 3. Obergeschoss.
Höchste Zeit, sich mit Süßigkeiten für das Ostereiersuchen einzudecken.


Oster-Shopping bei Karstadt Charlottenburg in der Wilmersdorfer Straße

Am Gründonnerstag 1.4. und am Ostersamstag 3.4. hat die Karstadt-Filiale bis 21:00 Uhr geöffnet.
Entspannt einkaufen und dabei geweinnen. Die Firma Le Creuset inspiriert Sie an beiden Tagen von 10:00-20:00 Uhr mit Kochvorführungen und einem Gewinnspiel. Tägliche Verlosungen. informieren Sie sich im 3. Obergeschoss.

 
Das Schöne an der ITB ist, dass dort alles schön ist: Auf Messerundgang mit Wowereit und Brüderle

Ein Riesending. Obwohl es auf der ITB weder Pferde noch Ochsen gibt, obwohl dort weder Showstars noch Köche herumhüpfen, nimmt sie inzwischen mehr Platz weg als Grüne Woche oder Funkausstellung. Das Prinzip Fernweh funktioniert und macht diese Messe zur mit Abstand weltläufigsten der Stadt; die Emirate, Kalifate und Sultanate dieser Welt sind geschlossen zur Präsentation angetreten, alle anderen möglichen Traumziele ebenfalls.

Der Schauwert für Nicht- Profis bleibt dagegen eher gering. Richtig lustig ist es vor allem am ersten Tag, und zwar überall dort, wo sich die Kurzreisenden Wowereit und Brüderle zum Rundgang einfinden und ausgeklügelten Torturen unterzogen werden. Bei Air Berlin beispielsweise gibt es Currywurst, die aber erst eingenommen werden darf, nachdem drei Sopranistinnen in sehr engen schwarzen Kleidern den wichtigen Gästen mit sattem Vibrato dreistimmig „O sole mio“ vorgetragen haben. Also ist sie lauwarm.

Doch das ist noch nicht alles, denn droben im ersten Stock, dem Vip-Bereich, wartet noch die Premiere der neuen Firmenhymne, ebenfalls exekutiert durch die drei Sängerinnen. Im Text wird viel geflogen und geglaubt und geträumt. Die Musik klingt, als hätte das Phantom der Oper irgendwas Falsches geraucht. Folglich stehen Minister und Bürgermeister baff da, Air-Berlin-Chef Hunold beginnt, enthusiastisch auf drei zu klatschen. Was sollen Wowereit und Brüderle tun? Sie klatschen mit und erzeugen damit einen Stimmungshöhepunkt der ITB.

In der großen Halle Polens werden die beiden Politiker nur von dezentem Wellness-Geklimper empfangen. Und die deutsche Tourismus-Zentrale, die sie nach hektischem Herumfahren übers Messegelände ebenfalls erreichen, spielt gar keine Musik und wird deshalb in Sachen Small Talk eher knapp gehalten.

Das Schöne an der ITB ist, dass dort alles schön ist. Alle teilnehmenden Länder gebieten über pittoreske Palazzi, türkisblaue Lagunen oder wenigstens akkurat durchgefegte Wüsten, und selbst eher fragwürdige Schurkenstaaten garantieren den Touristen einen Grad von Lebensqualität, wie er selbst an der Elbchaussee nur stellenweise erreicht wird. Fünf- Sterne-Urlaub kann man praktisch überall machen, lautet die Botschaft, Nordkorea vielleicht mal ausgenommen. Und wenn das Geld nicht reicht, packt der fernwehkranke Besucher die Info-Tüte der „Tropical Islands“ in Krausnick/Brandenburg etwas fester und schwenkt sie entschlossen vor dem Stand der Malediven, kann ja sein, dass dabei was überkommt. Flache Agrarländer, wie sie vor allem im deutschen Osten vorkommen, präsentieren sich als wohlig warme Sauna- und Badelandschaft, eine Wanne voll Heilschlamm findet sich noch im letzten Haufendorf.

Ein großer Teil der Ausstellung ist für Amateure ungeeignet. Es handelt sich um das weite Feld der Software, der Buchungsportale und anderer Hilfsmittel, ohne die heute selbst die Pension Hildegard in Süderbrüsum keine Überlebenschance mehr hat. Die fetten Kataloge, die überall ausliegen, wirken angesichts dieser Perspektiven hoffnungslos altmodisch. Aber wer sie alle durchblättert, der hat auch irgendwie Urlaub gemacht, und das für gerade einmal 14 Euro.

Der Tagesspiegel, [11.03.2010]; Foto: ITB Berlin

 
"Theater-Oscars" in Berlin

Vom 7. bis 24. Mai 2010 trifft sich die deutschsprachige Theaterszene beim Bühnenoscar. Im Haus der Berliner Festspiele versammeln sich Regisseure und Darsteller, Theatermacher und Journalisten, Dramatiker und theaterbegeisterte Gäste aus dem In- und Ausland.

Auf der Suche nach den 10 bemerkenswerten Inszenierungen der Spielzeit reiste die Kritikerjury ein Jahr lang durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Über 350 Stücke sichteten die Juroren in den Metropolen und in der Provinz. Fündig wurden sie in Berlin, Graz, Hamburg, Köln, München und Wien. Damit ist Österreich mit vier nominierten Produktionen der große Gewinner dieses Jahrgangs.

Deutschlands wichtigstes Theaterfestival versammelt das Who is Who der Regisseure: Karin Beier, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg, Luk Perceval, Nicolas Stemann. Erstmals stellt das Theatertreffen die bemerkenswerten deutschsprachigen Inszenierungen im internationalen Kontext vor: Der 31-jährige Ungar Viktor Bodó hat mit seiner Bearbeitung von Peter Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten" ein kleines Theaterwunder vollbracht. Die junge "Szputnyik Shipping Company" aus Budapest setzt in dieser Koproduktion mit dem Grazer Schauspiel 100 Minuten blanke Spiellust frei: eine hinreißend choreographierte multimediale Symphonie der Großstadt. Überraschend ist auch die Einladung des Künstlerduos Kelly Copper und Pavol Liska mit dem New Yorker "Nature Theater of Oklahoma". In Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater haben sie mit "Life and Times – Episode 1" ein herrlich schräges Musical komponiert. In der Regie des holländisch-flämischen Künstlerduos Johan Simons und Paul Koek wird aus "Kasimir und Karoline" ein Stück energiegeladenes Musiktheater. Diese Inszenierung vom Schauspiel Köln lässt die heutige Zeit spüren – jenseits jeglicher Folklore. Mit seiner 14. Einladung ist der Schweizer Christoph Marthaler Stammgast beim Bestentreffen. Sein Stillstandstheater zur Wirtschaftskrise "Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie" erlangte bereits Kultstatus.

Das dichte Festivalprogramm ist 2010 geprägt von Gegenwartsdramatik, Film- und Romanadaptionen, lebensweltbezogenen Projekten und performativen Inszenierungen.

Garantiert ist hochkarätiges Schauspielertheater mit: Daniel Hoevels, Judith Hofmann, Christoph Homberger, Jürg Kienberger, Hans Kremer, Barbara Nüsse, Annette Paulmann, Christiane von Poelnitz, Falk Rockstroh, Lars Rudolph, Maria Schrader, Bernd Stempel, Bettina Stucky, Victoria Trauttmansdorff, Julia Wieninger, Susanne Wolff, Patrycia Ziolkowska u.a.

Neben den großen Gastspielen gewinnen die drei Talente-Plattformen beim Theatertreffen immer mehr an Bedeutung. Der Stückemarkt für Gegenwartsdramatik ist ein Karrieresprungbrett für noch unentdeckte Dramatiker aus ganz Europa und fördert seine Autoren nachhaltig. Junge Theatertalente aus aller Welt tauschen sich beim Internationalen Forum mit erfahrenen Theatermachern aus. Das Theatertreffen-Blog bietet ambitionierten Nachwuchs-Journalisten die Chance, sich im Bereich des Online-Feuilletons zu profilieren.

Darüber hinaus lockt ein reiches Rahmenprogramm mit Diskussionen, Preisverleihungen, Konzerten und Partys ins Haus der Berliner Festspiele.

Weitere Informationen unter: www.berlinerfestspiele.de

 
Entfall der Stellplätze

Ab Mittwoch, den 10.03.2010, werden am östlichen Teil des Stuttgarter Platzes und ab Mittwoch, den 17.03.2010, am westlichen Teil Abbrucharbeiten durchgeführt. Die ersten vorbereitenden Arbeiten zur Herstellung der Parkanlage am Stuttgarter Platz, wie Rodungsarbeiten und die Aufstellung eines Bauzauns, sind bereits erfolgt.

Verkehrs- und Umweltstadträtin Martina Schmiedhofer:
"Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte den Bau einer Grünanlage auf der derzeit überwiegend als Parkplatz genutzten Fläche des Stuttgarter Platzes beschlossen. Damit sollen die Vegetationsverluste, die bei der Sanierung der S-Bahnlinie S 7 und der "Umklappung" des S-Bahnhofes entstanden sind, als naturschutzrechtliche Er­satzmaßnahme kompensiert werden. Außerdem soll die Grünanlage den jetzt eher unattraktiven Stadtraum aufwerten und zu einer Erholungs- und Freizeitfläche für die Anwohnerinnen und Anwohner werden.

Dies bedeutet für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer des Parkplatzes eine grundlegende Änderung: Die Stellplätze fallen ersatzlos weg. Es ist daher zu empfehlen, sich vorzubereiten und rechtzeitig Alternativen zu suchen. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist exzellent. Darüber hinaus existieren in der näheren Umgebung zahlreiche Parkhäuser, die erfahrungsgemäß häufig freie Plätze haben."

 
Am Hauptbahnhof entsteht bis 2012 ein Hotel – das dritte

Der Berliner Hotelmarkt ist gesättigt – daran zweifeln weder Branchenexperten noch die Banken, die neue Projekte mit äußerster Zurückhaltung begleiten. Dennoch drängen immer wieder neue ehrgeizige Betreiber in die Stadt. Neuestes Beispiel: Hauptbahnhof. Dort hat die Arabella-Starwood-Gruppe jetzt den Pachtvertrag für ein Haus der Marke Sheraton unterzeichnet, die bisher in Berlin nicht vertreten war. Neben 464 Zimmern wird das aus zwei Baukörpern bestehende Projekt auch ein Konferenzzentrum und Einzelhandelsflächen umfassen, und ein „Skywalk“ soll das Hotel direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. Die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen.

Arabella-Starwood-Chef Wolfgang Neumann sagt zur Begründung seines Wagemuts, was alle Hotelinvestoren sagen: Berlin sei eines der wichtigsten Tagungs- und Kongressziele in Europa, es biete enorme Möglichkeiten für weitere touristische Expansion und zeichne sich durch kontinuierlich wachsende Nachfrage aus. Das ist das Prinzip Hoffnung in Reinkultur. Denn zum Jahresende 2009 verfügte Berlin über rund 100 000 Hotelbetten, weitere 15 000 sind im Bau oder zumindest in konkreter Planung. Sollten sie alle auskömmlich gefüllt werden, müsste Berlin seinen touristischen Erfolgskurs mit Nachdruck fortsetzen und statt rund 19 Millionen Übernachtungen (2009) in drei Jahren etwa 25 Millionen pro Jahr schaffen, ein anspruchsvolles Unternehmen. Und selbst ausgebuchte Zimmer garantieren nicht, dass die erzielten Preise auch schon auskömmlich sind.

Interessant für Investoren ist vor allem die gesamte Innenstadt. Auch der Kurfürstendamm wird nicht vernachlässigt: Gegenwärtig verhandeln Bauherr und Bezirk über einen Neubau im Dreieck zwischen Wilmersdorfer und Lewishamstraße, nachdem die letzten Mieter der alten Gebäude teuer abgefunden wurden. Dort sollen je ein Ibis– und ein Etap- Hotel der Accor-Gruppe entstehen, zwei Häuser der preisgünstigen Budget-Kategorie. Baureife Pläne liegen vor, aber Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler lehnt den aktuellen Entwurf wegen der 87-prozentigen Versiegelung des Areals ab.

In den letzten Jahren hat sich in Berlin vor allem die Zahl der Budget-Hotels erhöht. Motel One hat zwei Häuser an der Urania und in der Paulstraße in Tiergarten eröffnet, ein weiteres Haus folgt Ende 2010 am Spittelmarkt und eines 2011 gegenüber vom Hauptbahnhof – dort gibt es dann mit dem Meininger und Sheraton drei Hotels. Am Montag erst öffnete das Easy-Hotel am Rosenthaler Platz in Mitte. Doch auch in der Business- und der Luxuskategorie ist der Boom nicht zum Erliegen gekommen. Noch in diesem Jahr wird das Scandic Potsdamer Platz mit 565 Zimmern eröffnet. Und auch eine in Berlin auffällig rare Hotelart, das kleine Boutique-Hotel der Luxusklasse, wird sich 2010 zeigen, und zwar in Gestalt des Fünf-Sterne-Projekts „Das Stue“ in der ehemaligen Dänischen Gesandtschaft in Tiergarten – die Investoren aus Spanien und Andorra meinen, eine Marktlücke erkannt zu haben.

Die NH-Gruppe plant ein Design-Hotel am Osthafen, in der Alexanderstraße entsteht ein 250-Zimmer-Haus, am Rosenthaler Platz ein 145-Zimmer-„All Seasons“, und die riesige Baulücke am Anhalter Bahnhof soll ebenfalls mit Hotelbetten gefüllt werden. Kein Grund zur Entspannung also. Die Betreiber der vorhandenen Hotels waren auch nur kurz erleichtert, als jüngst ein Projekt aufgeschoben wurde: Dem „Barcelona“ am Alex haben die Banken den Geldhahn zugedreht.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]; Simulation: Promo

 
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 

 
Gemeinsam mit Siniša Petrović wird der 34-Jährige den gefühlvollen Balletttanz um Abweisung und erotische Anziehung darstellen

Für alle Ballettgenießer hält der FriedrichstadtPalast ab Dienstag, 16. März 2010, ein echtes Highlight bereit: Ronald Savkovic, erster Solist und Stargast der Staatsoper Unter den Linden Berlin, tanzt bis 30. März das ausdrucksvolle Männer-Pas-de-Deux bei "Qi – Berlins größte Show".

Gemeinsam mit Siniša Petrović, Tänzer der Ballettcompagnie an der Friedrichstraße 107, wird der 34-Jährige den gefühlvollen Balletttanz um Abweisung und erotische Anziehung darstellen, den er im Sommer für Europas größten und modernsten Show-Palast choreographiert hatte.

Für Dr. Berndt Schmidt, Intendant, und Alexandra Georgieva, Ballettdirektorin des FriedrichstadtPalastes, stellt dies einen besonderen Meilenstein in der Laufzeit von Qi dar. Dr. Berndt Schmidt: "Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, dass diese höchst seltene Tanzkombination mit der Staatsoper am Palast nach Jahrzehnten wieder einmal möglich ist. An diesen elf Abenden verschmelzen - im wahrsten Sinne des Wortes - mit den Körpern dieser beiden Männer die ernste und die leichte Unterhaltung. Das ist ein absoluter Leckerbissen für Ballettgenießer."

 
Vom 12. März bis zum 10. April 2010 in den Galeries Lafayette

In diesem Frühjahr wollen die Galeries Lafayette Sie auf eine Entdeckungsreise zu den talentierten jungen Winzern Frankreichs mitnehmen. Diese Winzer repräsentieren mit ihren neuen Ideen und ihrer neuen Sichtweise auf das Jahrtausende alte Getränk WEIN die Zukunft Frankreichs: Die Sorgfalt, die Präzision und die Erfahrung, die sie dabei walten lassen, sind das Ergebnis ihrer Leidenschaft und ihrer festen Verankerung in der lebendigen Tradition.

Ihr Streben nach Qualität zeigt sich in ihrem tiefen Respekt für das Terroir. Die obersten Ziele ihrer Arbeit sind die Suche nach Authentizität und das Tei len dieser Leidenschaft mit anderen Weinliebhabern. Seit mehr als einem Jahrhundert erzeugen die Häuser in der Roussi llon-Domaine Puig Parahy und der Languedoc-Domaine la Tour Boisée herausragende Weine.

Entdecken Sie die Komplexität, die Eleganz, das Kraftvolle, aber auch die Feinheit dieser Weine in unserem Festival des Vins Frühjahr/Sommer 2010.

A votre santé im Namen der "équipe des vins" des Lafayette Gourmet.

 

 
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball

Der Tagesspiegel, [07.03.2010]

 
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist entsetzt über die erneute Planung von Automatencasinos im Bahnhof Zoo

Erst acht Monate ist es her, dass die Bahn ihre Pläne für zwei Automatencasinos im Bahnhof Zoo nach vielen Protesten aufgab. Umso überraschter war der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU), als ihm Bahnvertreter jetzt erneut einen Bauantrag für eine Spielhalle an der Stelle des einstigen Bahnhofspostamts ankündigten – es gebe auch schon einen zehnjährigen Mietvertrag. Am Montag jedoch, nachdem Gröhler davon am Morgen im Stadtplanungsausschuss des Abgeordnetenhauses berichtet und die CDU scharfe Kritik geübt hatte, klang alles plötzlich wieder ganz anders. „Das Vorhaben wird nicht weiter verfolgt“, sagte ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage.

Die AG City und das Bezirksamt hatten bereits während der Diskussionen im vorigen Sommer eine „Rückkehr zum Schmuddelimage“ befürchtet. Tagesspiegel-Leser sprachen sich in einer Pro-&-Contra-Abstimmung zu 99,1 Prozent gegen Spielhallen im Bahnhof aus. Die Gegend war vor allem durch das 1978 erschienene Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ bundesweit als Treffpunkt vom Drogensüchtigen und Strichern in Verruf geraten.

Vor diesem Hintergrund nannte die CDU-Stadtentwicklungsexpertin Stefanie Bung den neuen Vorstoß der Bahn gestern einen „Skandal“. Das Quartier solle aufgewertet und nicht durch Spielhallen „zusätzlich belastet“ werden. Außerdem müssten wieder Fernzüge am Zoo halten.

Vom zweiten Rückzieher des Konzerns bei der Spielhallenplanung erfuhr Stadtrat Gröhler am Montag erst nach der Ausschusssitzung. Wann genau sich die Bahn dazu entschloss, ist unklar. Ein Sprecher sagte, es habe für das „Freizeit- und Entertainmentzentrum“ im Bahnhof Zoo noch „keinen Antrag gegeben“. Die Überlegungen hätten im Zusammenhang mit einem „Masterplan“ für die Modernisierung des Bahnhofs gestanden.

Gröhler stellte klar, worum es bei diesem sogenannten Freizeitzentrum ging: „Ein bekanntes Unternehmen aus der Spielhallenbranche wollte zwölf Geldspielgeräte und weitere Geräte aufstellen.“ Bahnvertreter hätten ihn zusammen mit einer Managerin der Firma und einem Anwalt aufgesucht. Er habe deutlich gemacht, dass der Bezirk sich „notfalls bis vor das Bundesverwaltungsgericht“ wehren und „alle planungsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen“ werde. Gestern hatte Gröhler mit einem neuen Bebauungsplan gedroht, um dem angedachten Casino-Standort den Status als Eisenbahnfläche abzuerkennen. Denn baurechtlich seien solche Flächen nur für Nutzungen im Rahmen des Bahnbetriebs gedacht.Bezirkswirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD) beklagt, Automatencasinos seien in der City-West eine „furchtbare Mode“. Dem Bezirk liegen mehr als ein Dutzend Anträge vor. Nur selten lassen sich die Neueröffnungen mit baurechtlichen Mitteln verhindern. So zog vor einiger Zeit ein Automatencasino in die ehemaligen Räume der Musikalienhandlung Riedel an der Uhlandstraße. Ebenfalls in der Uhlandstraße wird zurzeit ein Sexshop nahe der Ecke Kurfürstendamm zur Spielhalle umgebaut.

Das Casino im Bahnhof hätte aus Sicht der Kritiker auch die Arbeit der vier neuen Regionalmanager konterkariert, die im Auftrag des Senats, des Bezirks und der AG City im April eine Zukunftswerkstatt im benachbarten Amerika-Haus in der Hardenbergstraße eröffnen wollen. Einer von ihnen, der Stadtplaner Joachim Wolf, sieht sich vorrangig als Vermittler: Wäre die Bahn jetzt stur geblieben, sagt er, „hätten wir alle Seiten zur Diskussion eingeladen“.

Der Tagesspiegel, [09.03.2010]

 

 
Publikumspreis "Goldener Vorhang" wird an Walter Plathe überreicht

Vom 12. März bis 2. Mai 2010 steht Walter Plathe erneut als Heinrich Zille in Horst Pillaus "Zille" auf der Bühne des Theaters am Kurfürstendamm. Das Stück, das den Weg Zilles vom unbekannten Maler zum anerkannten Künstler nachzeichnet, lief bereits von Februar bis Mai 2009 im Theater am Kurfürstendamm und lockte damals mehr als 25.000 Besucher an. Auch die Presse war begeistert: So befand die >Berliner Morgenpost< nach der Uraufführung: "... facettenreiches Porträt, unterhaltsamer Theaterabend und ein Stück Urberliner Geschichte zugleich. Überaus gelungen!" und die "dpa" urteilte über Plathes Darstellung des bekannten Berliner Malers: "Die Rolle des 1929 gestorbenen Zeichners und Malers des Berliner ´Milljöhs´ ist dem im Berliner Scheunenviertel am Alexanderplatz aufgewachsenen Schauspieler wie auf den Leib geschrieben [...]."

Für seine Darstellung des Berliner Urgesteins wurde Walter Plathe bereits im November 2009 mit dem Goldenen Vorhang des Berliner Theaterclubs e.V. als beliebtester Schauspieler der Bühnensaison 2008/2009 geehrt. Da er den Publikumspreis damals nicht entgegen nehmen konnte, wird ihm dieser nun nachträglich am kommenden Freitag, dem 12. März, nach der Vorstellung von Otfried Laur, dem Präsidenten des Berliner Theaterclubs, überreicht.

Den Goldenen Vorhang gibt es seit 1976 und ist der einzige Schauspielerpreis, der direkt vom Publikum vergeben wird.

"Zille", 12. März - 2. Mai 2010
Karten unter 030/88591188 oder www.komoedie-berlin.de

 
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.

Osterbrunch am 4. April 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr

Verbringen Sie den Ostersonntag gemütlich mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch im Restaurant HEat. Genießen Sie das Brunchbüffet inklusive Live-Musik mit Blick auf die Spree und den Berliner Dom. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen. Bei sonnigem Wetter und frühlingshaften Temperaturen lädt die große Terrasse zum Verweilen ein.

Hier ein Auszug vom Buffet:

Live-Station mit Sushi von Lachs, Tandoori Hühnchen, Krebsfleisch, Ingwer, Avocado / Eingelegte Heringe in Tomaten-Curry-Dillmarinade / Rettich-Melonensalat mit herzhaften Serrano Schinken / Hausgeräucherte Weidelammhüften auf Frühlings-Linsengemüse / Frische Austern am Gast überbacken / Antipasti von jungem Gemüse / Cremesuppe vom Feldsalat an Speckcroutons / Mariniertes Lamm und Hühnerfleisch aus dem Original Tandoorofen / Naan-Brot mit verschiedenen Joghurtsaucen / Saltimbocca vom Kalb an Broccoli und Sauce Hollandaise / Atlantischer Tiefseewels auf feinem Lauchrahmgemüse / Provenzalische Lammkeule aus dem Rotisol / Minigemüse und Muschelnudeln im eigenen Sud aus dem Holzofen / Pasta mit zwei verschiedenen Saucen / Dessertbuffet aus der hauseigenen Patisserie

Das Brunchbüffet kostet pro Person EUR 45,00 inklusive einem Glas Sekt, Säften, Tee und Kaffee. Kinder in Begleitung Ihrer Eltern bis 6 Jahre speisen kostenfrei und Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren bezahlen EUR 19,00.


3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April 2010 von 12.00 bis 23.00 Uhr

- Crépinette vom Lammrücken mit grünem Spargel an Feldsalat, Wachtelei und Trüffel
- Gesottene Ochsenbacken in Portweinjus an Karotten-Apfel Tarte und Kartoffel Soufflé
- Schneeweißes Mandelmilchtörtchen im Frühlingsmeer

Pro Person EUR 43,00

Das 3-Gang Ostermenü ist nicht verfügbar während des Osterbrunchs.

Hier geht’s zum Osterarrangement inklusive Osterbrunch:

http://www.radissonblu.de/hotel-berlin/sonderangebote/ostern-berlin

 
Die "Ski-Hütte" am Zoo muss Ende März schließen

Die "Ski Hütte" ist das älteste Sportfachgeschäft der Stadt – es wurde 1924 an der Jüdenstraße in Mitte gegründet, war bereits 1936 Ausstatter der Olympischen Spiele in Berlin und besteht seit 65 Jahren am heutigen Standort in der Kant-/ Ecke Joachimstaler Straße. Doch bald müssen sich die Kunden, zu denen Sportstars wie Franziska van Almsick gehören, ihre Sportartikel woanders kaufen: Ende März ist Schluss. Denn Jürgen Merker und seine Frau, die den Laden 1995 vom Sohn des Gründers übernommen hatten, konnten zuletzt die Miete nicht mehr aufbringen. Trotzdem denkt der 72-jährige Merker nicht an den Ruhestand und hofft auf einen neuen Standort.

„Wir haben mehrere Monate lang keine Miete gezahlt“, gibt Merker zu, daraufhin sei der Vertrag gekündigt worden. Im Geschäftshaus „City Light House“ sei die Miete für die insgesamt 110 Quadratmeter zu hoch – sie betrage 97 Euro pro Quadratmeter im Parterre und 19 Euro im Untergeschoss. Und wegen der benachbarten Großbaustelle des „Zoofenster“-Hochhauses in der Kantstraße gebe es weniger Laufkundschaft als früher. „Die Miete war so hoch wie unser Umsatz“, sagt Merker, „es ist ein Wunder, dass wir überhaupt so lange durchgehalten haben“. Die Vermieter – ein Immobilienfonds der Schweizer Großbank Credit Suisse – habe eine Zeit lang der Bitte nach einer Mietminderung entsprochen, seit Anfang 2009 aber wieder den vollen Preis verlangt.

Auch Baumängel führten laut Merker zum Aus. Zu erheblichen Einbußen habe vor allem ein Wasserschaden vor fünf Jahren geführt, nach dem man lange ein Drittel der Verkaufsfläche habe sperren müssen. 2006 sei während der Fußball-WM die Klimaanlage ausgefallen, „im Untergeschoss war es 42 Grad heiß“. Auch seien die Eingangstüren häufig defekt, und das Gesundheitsamt habe mehrmals wegen einer Rattenplage eingegriffen – in Hohlräumen unter dem Fußboden verendeten immer welche, was zu schlimmem Gestank führe.

Ärger mit Vermietern ist für Merker nichts Neues. Vor zehn Jahren hatte er gegen den Eigentümer des damaligen Altbaus an gleicher Stelle geklagt, um den Abriss zu verhindern. Schließlich einigte man sich auf eine Rückkehr des Geschäfts in den Neubau „City Light House“ nach einer finanziellen Abfindung für die rund zweijährige Zwangspause. Einst hatte das Geschäft bis zu 20 Mitarbeiter, jetzt gibt es noch zwölf Festangestellte und fünf Aushilfen. Die meisten hätten – zum Teil durch seine Hilfe – neue Jobs in Aussicht, sagt Merker. Es gebe auch einen möglichen Ersatzstandort für die „Ski Hütte“, den er aber noch nicht nennen will. „Wenn es klappt, wäre die Eröffnung im September möglich.“ Dann könnte sein Sohn Fabian, der im Laden mitarbeitet, bald das Geschäft übernehmen. „Darauf habe ich seit langem hingearbeitet“, sagt der 24-Jährige.

Das gegenüberliegende Sportkaufhaus „Karstadt Sport“ im Neuen Kranzler-Eck sei kein Grund für den Niedergang, stellt Jürgen Merker klar. Beide Seiten hätten sogar kooperiert und Kunden, die nicht das Gesuchte fanden, auf das Sortiment des Nachbarn hingewiesen.

Derweil steht das Ende 2003 eröffnete „City Light House“ noch immer weitgehend leer. Hinter der Glasfassade sind nur wenige Büros in den acht Etagen vermietet. Im Oktober will jedoch das Postbank-Center aus dem Neuen Kranzler-Eck dorthin umziehen. Laut Sprecher geht es der Postbank um „größere und modernere“ Räume im dortigen Parterre. Ob dazu Teile der bisherigen „Ski Hütte“ gehören werden, konnte der Sprecher nicht sagen. Auch wer im Neuen Kranzler-Eck auf die Postbank folgt, ist offen. Nach Auskunft des dortigen Centermanagements wird zum zehnten Jubiläum der Passage in diesem Jahr gerade ein neues Nutzungskonzept erarbeitet.

Der Tagesspiegel, [08.03.2010]

 
In Mitte eröffnet heute das "Easyhotel" – eine von vielen günstigen Herbergen

Die Dusche ist vom Bett nicht mal einen Katzensprung entfernt, vorausgesetzt es handelt sich um eine kleine Katze, denn eine große könnte zum Sprung gar nicht erst ansetzen. Die Zimmer im neuen „Easyhotel“ sind maximal zehn Quadratmeter groß, Tisch und Schrank sucht man hier vergeblich, Dusche und Bett sind lediglich durch eine Glaswand voneinander getrennt. Das Gute an der minimalistischen Einrichtung ist ihr minimalistischer Preis: Wer früh genug bucht, zahlt gerade mal 20,10 Euro für eine Übernachtung.

Heute eröffnet Deutschlands erstes „Easyhotel“ am Rosenthaler Platz in Mitte. In London, Bulgarien, Zypern, Ungarn und der Schweiz ist das Unternehmen bereits vertreten. Dass nun Berlin als neuer Standort hinzukommt, wundert nicht: Gerade bei jungen Touristen gilt die deutsche Hauptstadt als Trendmetropole, Wochenende für Wochenende kommen hunderte feierlustiger Gäste aus dem Ausland, um Clubs wie das Berghain oder das Weekend zu besuchen. Die meisten von ihnen reisen in sogenannten Billigfliegern wie Easyjet oder Ryanair an, für sie hat sich eine eigene Bezeichnung eingebürgert: Easy-Jet-Set. Dass dieser Easy-Jet-Set nun sein eigenes Hotel bekommt, ist nur konsequent.

Budgethotels heißen solche Häuser in der Branche, aber Christian Tänzler von Berlin Tourismus Marketing (BTM) hat mit dieser Bezeichnung ein Problem. Was genau ein Budgethotel ist und was nicht, ist nicht exakt definiert: „Heute gibt es schon Designhotels zu sehr günstigen Preisen.“ Im „Motel One“ hinterm Alexanderplatz zum Beispiel kann man bereits ab 49 Euro übernachten, ohne in Sachen Komfort oder Stil Abstriche machen zu müssen. Stiftung Warentest untersuchte vor einem Jahr deutschlandweit 14 Billig-Herbergen, die Hälfte – darunter auch „Motel One“ – schnitt gut ab.

Durchschnittlich 197 Euro gibt ein Tourist in Berlin pro Tag aus, die Kosten für die Unterkunft inklusive. 8,3 Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Stadt, die BTM verzeichnete 18,9 Millionen Übernachtungen, was einem Anstieg von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Berlin bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist deshalb sehr beliebt“, sagt BTM-Sprecher Christian Tänzler. Gerade bei den jungen Besuchern, die einen Großteil der Gäste ausmachen: 50 Prozent sind jünger als 40 Jahre, ein Drittel sogar jünger als 30. „Das sind potenzielle Stammkunden.“

Das Durchschnittsalter der Besucher des „Circus“-Hostels am Rosenthaler Platz liegt sogar noch ein bisschen drunter, bei 23 Jahren. Seit 2001 ist das Hostel mit seinen 250 Betten in dem Gründerzeitbau am Weinbergsweg untergebracht. Hier bekommt man schon für 19 Euro pro Nacht ein Bett in einem Mehrbettzimmer. Zur Zeit finden in dem Haus umfassende Umbauarbeiten statt, eine Million Euro fließen in klimafreundliche Heiztechnik und neue Ausstattung. Eine Innenarchitektin richtet die Zimmer in einem Mix aus Ikea und eigens angefertigten Möbeln ein – Ende des Monats wird im „Circus“ Wiedereröffnung gefeiert. Dass in unmittelbarer Nähe nun Konkurrenz in Form des „Easyhotels“ oder des derzeit noch im Bau befindlichen „All Seasons“-Hotels droht, sieht Gesellschafter Tilman Hierath gelassen. „Dadurch wird der Hotelstandort gestärkt und das Areal um den Rosenthaler Platz wird attraktiver, gerade für Gäste ohne Reservierung.“

Auch BTM-Sprecher Christian Tänzler hält die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs für gering: „Die meisten Häuser haben einen sehr speziellen Charakter und sprechen dadurch ein sehr spezielles Publikum an.“ Das „Ostel“ am Ostbahnhof etwa ist mit DDR-Design eingerichtet, eine Übernachtung gibt es hier bereits ab neun Euro, dafür wachen in den Zimmern Bilder von Walter Ulbricht oder Erich Honecker über den Schlaf der Gäste. Wesentlich mehr Glamour bekommt man für sein Geld in der „Rock ’n’ Roll Herberge“ an der Muskauer Straße in Kreuzberg. Hier zieren Musiker wie Joe Strummer von The Clash oder Falco die Wände; übernachten kann man ab 34 Euro. Und auch wer einen besonders ausgefallenen Schlafplatz sucht, wird fündig: Im „Propeller Island“ in der Albrecht-Achilles-Straße in der Nähe vom Ku’damm kann man in Zellen, Särgen oder Löwenkäfigen übernachten, das günstigste Zimmer hier kostet 69 Euro.

Gerade junge Touristen bevorzugen jedoch den Osten der Stadt, sagt Christian Tänzler. Wegen der vielen Clubs und Bars. Ein Trend, den Tilman Hierath vom gut gebuchten „Circus“-Hostel bestätigt. Vor anderthalb Jahren eröffnete das Unternehmen ein zweites Haus, gleich schräg gegenüber, in der Rosenthaler Straße. Mit Zimmern ab 69 Euro. Hier liegt das Durchschnittsalter der Gäste höher. Weil die Backpacker, die bis vor kurzem noch im Hostel abgestiegen sind, älter geworden sind und etwas mehr Komfort und Luxus erwarten. Und dafür auch bereit sind, mehr Geld auszugeben.

Der Tagesspiegel, [08.03.2010]

 
Joachim E. Thomas wird demnächst Geschäftsführer des Olympiastadions

Der Neue hat eigentlich keine Zeit, Termine, Termine. Gerade sitzt er in Stuttgart, eine Konferenz, aber na gut: Müssen die Kollegen eben noch kurz warten, sagt Joachim E. Thomas am Telefon, „reden wir“. Reden übers Olympiastadion in Berlin – sein Olympiastadion.

Joachim E. Thomas ist 55 Jahre alt und bald Geschäftsführer des Olympiastadions. Seinen Job in Westend tritt er am 1. Juli an, der Vertrag läuft bis 2015. „Ich will mich voll auf Berlin einlassen und so schnell wie möglich zurück.“

Zurück? Groß geworden ist Joachim Emil Thomas am Rhein („man mag’s mir verzeihen, aber mein kölsche Hätz schlägt für den 1. FC Köln“), seine Mutter ist in Friedrichshain geboren, „meine Großeltern hatten eine Laube in Mahlsdorf“, und vor einigen Jahren hat er am Savignyplatz gewohnt, als er für Artur Brauner Filmproduktionen aufbaute. Berlin passt also schon mal gut, im Privaten.

Das Geschäft aber ist viel wichtiger, das Stadion ist schließlich ein Landesbetrieb. Viele Monate hat der Aufsichtsrat um Sportstaatssekretär Thomas Härtel nach einem Nachfolger gefahndet. Peter von Löbbecke wollte schon voriges Jahr „aus Altersgründen“ aufhören, aber das klappte nicht, somit hat der 67-Jährige noch ein Jahr drangehängt. Nun ist im Sommer Schluss nach sechs Jahren: Er habe zwei Weltmeisterschaften (2006 und 2009) erleben dürfen, viele Konzerte von Madonna über AC/DC bis zu Robbie Williams – „und auch Hertha“, sagt von Löbbecke. Das darf man als kleine Spitze verstehen, gab es doch so manchen heftigen Streit und absurde Prozesse hinter den Kulissen. Das Verhältnis zum Mieter – Hertha zahlt 175 000 Euro pro Spiel – hat sich wieder entspannt. 

Der Neue, ein Jurist, hat hingegen sehr enge Kontakte zu Hertha, da scheint’s keinen großen Ärger zu geben: Thomas ist Aufsichtsrat der Berliner Zächel AG, die sich seit Jahren um die Vips im Stadion kümmert und wiederum eng verbandelt ist mit Herthas Vermarkter Sportfive.

Kungelei? „Er muss das mit uns abstimmen. Einen Interessenkonflikt darf es nicht geben“, sagt Staatssekretär Härtel. Und Thomas stellt schnell klar: „Ich lege mein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender im Sommer natürlich nieder.“

Für den 55-Jährigen, der derzeit fürs Stadion in Frankfurt am Main arbeitet, sprechen andere Dinge. Nur ein kurzer Blick in den Lebenslauf: Er kann Massenveranstaltungen organisieren (2005, der Weltjugendtag in Köln), kennt den Markt der konkurrierenden Großhallen (er war Programmdirektor der größten deutschen Arena, der in Köln), er kennt die Medienszene (als Marketingchef bei n-tv), kann Festivals etablieren (als Direktor des Schleswig-Holstein-Klassikfestivals) und versteht sich mit den Kollegen: Gestern wurde er in Stuttgart als Vorstandschef der „Vereinigung deutscher Stadionbetreiber“ wiedergewählt.

In Berlin soll er das Stadion als Sehenswürdigkeit etablieren, es pilgern schließlich 250 000 Besucher außerhalb von Veranstaltungen in die Arena; er soll den weitgehend ignorierten Olympiapark mit in den Blick nehmen. Und natürlich soll er Events in die Vip-Räume ködern und Konzertveranstalter anlocken, nicht nur die Megastars. Warum sollte das Stadion nicht mal quer bespielt werden – also mit einer Bühne vor der Haupttribüne, auf der 20 000 Zuschauer Platz haben?

Der scheidende Manager Peter von Löbbecke sagt: „Er war mein Wunschkandidat.“ Sportstaatssekretär Thomas Härtel formuliert es pathetisch: „Er ist ein Gewinn für unsere Stadt“. Und Thomas? „Nun lassen Sie mich doch erst mal nach Berlin kommen, dann reden wir weiter.“ Er muss erst mal alle kennenlernen. So wie Hertha-Manager Michael Preetz. Den hat er Mittwochnacht beim Länderspiel in München getroffen und gesagt: „Ich bin der Neue.“

Der Tagesspiegel, [05.03.2010]

 
"Renaissance der Franzosen"

Erleben Sie in der Brasserie Le Faubourg diesen Monat das 5-Gang März-Menü der Berliner Morgenpost, wie immer inklusive korrespondierenden Weine!

Das schreibt die Berliner Morgenpost:
"Renaissance der Franzosen"
"(...) Ein solcher Vertreter der modernen französischen Linie ist die weltstädtische Kudamm-Brasserie Le Faubourg mit Jörg Schlüßler am Herd, der gemeinsam mit dem Küchendirektor Guido Kruse ein spürbar vor Kreativität und Arbeitsfreude sprühendes Team bildet. (...)"

menu du mars

meli melo von gänseleber mit sauternesgelee
dazu 2005er château le thibaut, monbazillac aoc

kalbsbouillon mit ingwertee parfümiert und gefüllter stockentenroulade
dazu 2008er mâcon blanc villages, louis jadot

gebratener steinbutt mit kubebenpfeffer und hummersalpicon an jungen spargel und vanillepüree
dazu 2009er perrin blanc, côtes du luberon

bleu d´auvergne mit karamelisierten feigen
dazu 2007er black print cuvée, markus schneider
eispraline an cantaloupe melone mit birnen-vanille schaum
dazu crémant bien-être

5 Gänge inklusive korrespondierender Weine
(pro Gang ein Glas)
für 59,50 € pro Person

Bitte reservieren Sie rechtzeitig:
Tel.: 030 800 999 7700
lefaubourg@concorde-hotels.com

Bon appétit

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Eine Dessous-Legende verlässt Lady M

Heide Meyer, bekannt aus Funk und Fernsehen, verabschiedet sich nach 38 Jahren Selbstständigkeit und 52 Jahren Berufserfahrung von Ihrer Lady M.

Für die erfahrene Unternehmerin, ist es aber selbstverständlich, dass sie für das bekannte und beliebte Dessous Geschäft eine würdige Nachfolgerin gesucht hat, damit ihre Kunden auch weiterhin ihre Wünsche, in allen Facetten, erfüllt bekommen.

Aber auch war es ihr ganz besonders wichtig, dass die hervorragend ausgebildeten und kompetenten Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten.

Diese quirlige und nie stillstehende Unternehmerin wird sich aber nicht in den wohlverdienten Ruhestand begeben, wie viele, nach so langer Tätigkeit, das erwarten.

Frau Meyer hat sich ein neues Ziel gesetzt. Einzelhandelskauffrauen und Verkäuferinnen besser auszubilden, um Ihnen ihren Beruf in seiner ursprünglichen Form und die spezielle Herausforderung, die der Beruf mit sich bringt, wieder näher zu bringen.

Und ein ganz großes Anliegen ist für sie, Unternehmerinnen zu finden, die sich in der Dessous Branche selbstständig machen möchten, ihnen die Liebe zu dieser Branche vermittelt, um sie dann auf ihrem Weg zum Erfolg zu begleiten.

Kontakt: Heide Meyer
H.meyer@perfektepassform.de

Tel. 030-8816426
mobil 0171-8368193

 
Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen

Sie sind dünn, manche sogar nur haarfein, aber sie ziehen sich durch den Beton wie zuckende Blitze: Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen, eine kalkhaltige Flüssigkeit dringt nach außen und rinnt in langen, hässlichen Bächen an der Oberfläche nach unten. Die Risse gibt es schon mehrere Jahre, die ersten traten bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Mahnmals 2005 auf. Zur Zeit sollen 1900 der insgesamt 2711 Stelen betroffen sein, doch jetzt behauptete eine Boulevardzeitung, es seien sogar noch 300 mehr.

„Wir wissen nicht, woher diese Zahl stammt“, sagt Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, „sie ist rein spekulativ.“ Wie jedes Jahr nach der Frostperiode würde die Stiftung in einigen Wochen zählen, wie viele Risse hinzugekommen sind. Seit 2009 läuft ein von ihr eröffnetes Gerichtsverfahren, das klären soll, was die Gründe für die Schäden sind, wer verantwortlich ist und wie die Mängel am besten beseitigt werden können. Die Stelen wurden von der Firma Geither im brandenburgischen Joachimsthal produziert. „Für uns ist das natürlich ein vollkommen unbefriedigender Zustand“, sagt Neumärker, „aber bis das Verfahren nicht abgeschlossen ist, können wir nichts unternehmen und auch nicht mit der Sanierung beginnen.“ Die Besucher seien aber nicht gefährdet: „Das Mahnmal wird nicht bröckeln und auch nicht einstürzen.“

Befürworter der Betonbauweise halten Risse im Beton für unvermeidbar. „Die Betonindustrie bewertet einen Riss nicht als Mangel“, sagt Joachim Schulz. Er ist Lehrbeauftragter an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der ehemaligen Technischen Fachhochschule, und erstellt für die Industrie- und Handelskammer Gerichtsgutachten bei Sichtbetonschäden. 2008 hatte er für die Zeitschrift „Cicero“ – nicht für die Stiftung – den Zustand des Holocaust-Mahnmals eingeschätzt und auf zahlreiche Risse hingewiesen. Thermische Spannung, Hitze, eindringendes Wasser, das sich bei Frost ausdehnt – all das würde Risse unvermeidlich machen. „Es geht immer nur darum, die Rissbreite zu beschränken“, so Schulz. Der strenge Winter hätte bei den aktuellen Schäden nur eine relativ kleine Rolle gespielt. Es kommt aber erschwerend hinzu, dass die Stelen im Inneren hohl sind, was sie für die Thermik anfälliger macht. Hätte man sie allerdings massiv gebaut, hätte das ebenso massive Transportprobleme aufgeworfen – das Betonwerk hätte im Grunde direkt neben dem Mahnmal errichtet werden müssen.

Beim Bau des Mahnmals, das 27,6 Millionen Euro gekostet hat, wurde ein neues Verfahren ausprobiert. Man verwendete sogenannten SV-Beton („Selbstverdichtender Beton“), der besonders flüssig ist und sich von alleine verteilt. Bei herkömmlichem Beton muss dafür ein Rüttler eingesetzt werden. Laut Schulz ist dieser Beton unbewehrt, das heißt, alle 2711 Stelen würden keine stabilisierenden Stahlträger enthalten. Uwe Neumärker widerspricht dem, er sagt, dass zumindest die Stelen, die größer als zwei Meter sind, Stahlträger enthielten. 2005 hieß es, der SV-Beton sei rissfest. „Das hätte man damals nicht behaupten dürfen“, sagt Schulz. Die Stiftung habe es laut Uwe Neumärker „in bestem Wissen und Gewissen“ geglaubt“ – und das, obwohl Peter Eisenman, der Architekt des Holocaust-Mahnmals, schon damals geäußert haben soll: „Concrete cracks“ – Beton reißt. Eisenman hatte seinerzeit die Verwendung eines speziellen Natursteins vorgeschlagen, der aber sehr teuer und schwer zu beschaffen gewesen wäre.

Noch ist nicht abzusehen, wann das Gerichtsverfahren abgeschlossen und mit der Sanierung begonnen werden kann. Inzwischen begeht die Stiftung den fünftenJahrestag des Mahnmals mit einem „Bürgerfest“ am 5. Mai. Dann können sich die Besucher selbst von den Kalkbächen auf dem grauen Beton überzeugen. Sie sehen ein bisschen aus, als seien es Tränen. Was ja in diesem Zusammenhang auch gar nicht unpassend ist.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]