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Karstadt Restaurant: Kids "futtern für lau"
Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst

Das LeBuffet Restaurant im neuen Karstadt Haus Kurfüstendamm 231 steigt neuerdings aktiv in die "Familienpolitik" ein. Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass die Kids das LeBuffet Restaurant in Begleitung eines voll-zahlenden Erwachsenen besuchen. Der Mindestverzehr für die Erwachsenen ist mit 5€ hierbei bewusst niedrig gehalten.

"Das ist unser Beitrag zur Familienpolitik," erläutert Restaurantleiter Andreas Luxa augenzwinkernd. "Gerade in der heutigen Zeit, in der die Rezession das vorherrschende Thema ist und die Konsumenten durch gestiegene Lebenshaltungskosten weniger Geld in der Tasche haben, wollen wir hiermit gerade den jungen Familien entgegen kommen."

Wählen können die kleinen Gäste zwischen einer Portion Pommes Frites mit Tomatenketchup und einer Portion Nudeln mit Tomatensauce – eine lustige Überraschung zum Spielen, Basteln oder Sammeln gibt es obendrein.

Dafür, dass auch die Erwachsenen voll auf ihre Kosten kommen, sorgt das Restaurant-Team von Anderas Luxa mit vollem Engagement. Ob Pasta, knackig-frische Salatvariationen oder Fisch- und Fleischspezialitäten frisch vom Grill: Frische, Qualität und Vielfalt werden im RestaurantCafé groß geschrieben.

"Wir möchten die Sinne für besondere Geschmackserlebnisse sensibilisieren und setzen dabei voll auf hochwertige Produkte und eine natürliche Zubereitung. So unterschiedlich Ihre Gelüste von Tag zu Tag auch sein mögen: Unser Angebot ist so abwechslungsreich wie vielfältig und wird von täglich wechselnden Gerichten ergänzt. Hier kommt gewiss jeder auf den Geschmack," so Luxa. Ob knackiger Salat, duftend-frische Kuchen, Fisch, Pasta oder fernöstliche Küche: Nur die frischeste Ware wird verarbeitet und serviert.

Nicht umsonst wurden die Karstadt RestaurantCafés und LeBuffet Restaurants 2008 vom Deutschen Institut für Service-Qualität im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung in der Rubrik "Bestes Angebot" mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

"Diese Auszeichnung ist für uns Bestätigung und Motivation zugleich," konstatiert Luxa. "Meine Mannschaft und ich geben jeden Tag unser Bestes – zum Wohle der Gäste."

Die Aktion dauert vom 05.01. bis 31.03.2009!
Karstadt Restaurant: Kids "futtern für lau"
Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst

Das LeBuffet Restaurant im neuen Karstadt Haus Kurfüstendamm 231 steigt neuerdings aktiv in die "Familienpolitik" ein.
Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst

Das LeBuffet Restaurant im neuen Karstadt Haus Kurfüstendamm 231 steigt neuerdings aktiv in die "Familienpolitik" ein. Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass die Kids das LeBuffet Restaurant in Begleitung eines voll-zahlenden Erwachsenen besuchen. Der Mindestverzehr für die Erwachsenen ist mit 5€ hierbei bewusst niedrig gehalten.

"Das ist unser Beitrag zur Familienpolitik," erläutert Restaurantleiter Andreas Luxa augenzwinkernd. "Gerade in der heutigen Zeit, in der die Rezession das vorherrschende Thema ist und die Konsumenten durch gestiegene Lebenshaltungskosten weniger Geld in der Tasche haben, wollen wir hiermit gerade den jungen Familien entgegen kommen."

Wählen können die kleinen Gäste zwischen einer Portion Pommes Frites mit Tomatenketchup und einer Portion Nudeln mit Tomatensauce – eine lustige Überraschung zum Spielen, Basteln oder Sammeln gibt es obendrein.

Dafür, dass auch die Erwachsenen voll auf ihre Kosten kommen, sorgt das Restaurant-Team von Anderas Luxa mit vollem Engagement. Ob Pasta, knackig-frische Salatvariationen oder Fisch- und Fleischspezialitäten frisch vom Grill: Frische, Qualität und Vielfalt werden im RestaurantCafé groß geschrieben.

"Wir möchten die Sinne für besondere Geschmackserlebnisse sensibilisieren und setzen dabei voll auf hochwertige Produkte und eine natürliche Zubereitung. So unterschiedlich Ihre Gelüste von Tag zu Tag auch sein mögen: Unser Angebot ist so abwechslungsreich wie vielfältig und wird von täglich wechselnden Gerichten ergänzt. Hier kommt gewiss jeder auf den Geschmack," so Luxa. Ob knackiger Salat, duftend-frische Kuchen, Fisch, Pasta oder fernöstliche Küche: Nur die frischeste Ware wird verarbeitet und serviert.

Nicht umsonst wurden die Karstadt RestaurantCafés und LeBuffet Restaurants 2008 vom Deutschen Institut für Service-Qualität im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung in der Rubrik "Bestes Angebot" mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

"Diese Auszeichnung ist für uns Bestätigung und Motivation zugleich," konstatiert Luxa. "Meine Mannschaft und ich geben jeden Tag unser Bestes – zum Wohle der Gäste."

Die Aktion dauert vom 05.01. bis 31.03.2009!

 
Flimm kommt nach Berlin
Jürgen Flimm wird neuer Intendant der Staatsoper

Flimm werde die Leitung der Staatsoper ab 1. September 2010 übernehmen, verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.
Jürgen Flimm wird neuer Intendant der Staatsoper

Flimm werde die Leitung der Staatsoper ab 1. September 2010 übernehmen, verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Seine gestrige Bekanntmachung im Rathaus verzögerte sich ein wenig, weil Barenboim eigens aus New York zum Termin angereist kam - und sich verspätete. Die beiden Tiger des ersten Hauses der Stadt wollten gemeinsam ihr Revier für Berlin abstecken.

Den Spruch mit dem Tiger hat übrigens ein anderer möglicher Kandidat für den verwaisten Berliner Intendantensessel - Peter Mussbach hatte im Mai im Streit das Haus verlassen - in die Welt gesetzt. Es war Gerard Mortier, der kürzlich mit Blick auf die Opernstadt Berlin davon sprach, dass immer nur ein Tiger auf dem Berg sitzen kann. Der große belgische Opernmanager wollte damit sagen, er würde keinesfalls mit einer starken Persönlichkeit wie Barenboim zusammen arbeiten können.

Andere Kandidaten sollen ähnlich reagiert haben. Insofern ist es schon bemerkenswert, dass Barenboim und Flimm gestern versuchten, langjährige Freundschaft und Gleichrangigkeit zu dokumentieren. Denn Tiger, so wissen wir Hobby-Zoologen, sind eigentlich Einzelgänger und Revierverteidiger mit scharfen Zähnen.

Jetzt müssen die Beiden mindestens fünf Jahre miteinander aushalten, denn so lange läuft Flimms (noch nicht unterzeichneter) Intendantenvertrag. Warum er sich das noch einmal antue? fragte sich Flimm, Jahrgang 1941, gestern vorsorglich selbst. In seiner Antwort verwies auf die Attraktivität eines Angebots in der Hauptstadt und darauf, dass er gerne an der starken Seite von Barenboim arbeiten möchte.

Genau genommen wird Flimm bereits ab 1. Januar des neuen Jahres als Berater gemeinsam mit dem derzeitigen kommissarischen Intendanten Ronald H. Adler die Zukunft des Hauses in die Hand nehmen. Flimm ist damit der Intendant einer schwierigen Übergangszeit und der zu erwartenden glanzvollen Wiedereröffnung des Hauses Unter den Linden. Denn bereits im Januar beginnen die Umbauarbeiten des Schillertheaters zur Ersatzspielstätte. 2010 zieht das Staatsopern-Ensemble um. Der Wiedereinzug Unter den Linden ist zur Spielzeit 2013/14 geplant.

Noch ist Flimm Intendant der Salzburger Festspiele. Dort hat er bis zuletzt Revierkämpfe u. a. mit seinem Schauspielchef Thomas Oberender ausgetragen. Kürzlich fiel Flimm in einem Interview über sein eigenes Festival her - was viele irritiert hat. Offenbar hatte der Intendant da seinen Kopf schon in Berlin, seine Fäuste aber noch in Salzburg. Es sei etwa zwei Monate her, erzählt er gestern, da wurde er aus Berlin angerufen. Am Telefon war Kulturstaatssekretär André Schmitz, der war mal Referendar in Flimms Ära am Hamburger Thalia-Theater. Flimm gehört zu jenen Großen, Alteingesessenen, die alle und jeden im Geschäft kennen.

Nach stundenlangen Gesprächen mit Barenboim jedenfalls sei im New Yorker Hotelzimmer dann die Entscheidung gefallen. Beide verbinde, fügt Barenboim hinzu, das Streben nach Qualität. Allzu viel konnten und wollten Flimm und Barenboim gestern nicht preisgeben. Über die künftige ästhetische Ausrichtung der Staatsoper habe er, so Flimm, noch nicht entschieden. Zunächst müsse er auch mit allen Beteiligten sprechen. Dann werde er sehen, wie es weitergehe. Er kündigte zudem an, sich regelmäßig mit Vertretern der Deutschen Oper und Komischen Oper treffen zu wollen, auch, um Doppelungen in den Spielplänen zu verhindern. Es stelle sich die Frage, wie viele "Traviatas" Berlin brauche? Wowereit wies Befürchtungen zurück, mit dem Umzug der Staatsoper ins Schillertheater drohe eine Fusion mit der unweit gelegenen Deutschen Oper. Barenboim sagte dazu, nach Gesprächen mit Donald Runnicles, dem neuen Generalmusikdirektor der Deutschen Oper, strebe er eine Zusammenarbeit an - "ohne jede Fusion" und zum Vorteil des Publikums. Er nannte als Beispiel eine aufgeteilte Sommerbespielung der Häuser.

Mit der Berliner Opernlandschaft ist Flimm bestens vertraut, nicht nur, weil er von 1999 bis 2003 als Präsident des Deutschen Bühnenvereins die Neuordnung begleitet hat. Er hält die viel kritisierte Opernstiftung für ein gutes Modell. "Ohne die Opernstiftung gäbe es keine drei Opern mehr in Berlin", sagt er. Bislang hat er nicht vor, hier selbst Oper zu inszenieren.

Jetzt hat Flimm nur noch das Problem, sein altes Revier sauber zu verlassen. Er habe den Salzburger Festspielen in einem Brief mitgeteilt, dass er schon 2010 aus dem Vertrag entlassen werden wolle. "Das kann er sich abschminken!", sagte gestern Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der auch Mitglied im Festspielkuratorium ist: "Flimm hat einen gültigen Vertrag bis Ende des Festspielsommers 2011. Wenn er den nicht erfüllt, muss er sich rechtlich mit uns auseinandersetzen."

Ein Konkurrenzunternehmen in Berlin zu leiten, so Schaden, halte er für ausgeschlossen. Es klingt nach harten Gesprächen in Salzburg, derweil muss in Berlin Flimms Vertrag noch vom Stiftungsrat der Opernstiftung abgesegnet werden.

Berliner Morgenpost, [23.12.2008]

 
Für neuen U-Bahnhof sollen 53 Linden gefällt werden
Am 9. August wird die neue U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor in Betrieb gehen

Ein Bummel über Berlins Prachtboulevard Unter den Linden könnte im nächsten Sommer endlich ein von Baustellen uneingeschränktes Vergnügen sein.
Am 9. August wird die neue U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor in Betrieb gehen

Ein Bummel über Berlins Prachtboulevard Unter den Linden könnte im nächsten Sommer endlich ein von Baustellen uneingeschränktes Vergnügen sein. Dann sollen endlich die Bauzäune um den neuen U-Bahnhof im Bereich zwischen Wilhelmstraße und Pariser Platz verschwinden. Am 9. August wird die neue, 1,8 Kilometer lange U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor in Betrieb gehen. Doch die Freunde darüber dürfte nur kurz sein: Ab Herbst 2010 soll Unter den Linden weiter gebuddelt werden. Dann wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der Verlängerung der Linie U 5 vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor beginnen.

Um Baufreiheit zu schaffen, sollen etwa 115 Bäume gefällt werden. Das sehen die Pläne der BVG vor, die noch zum 21. Januar im Bezirksamt Mitte ausliegen. Interessierte können in die Unterlagen Einblick nehmen und Einwände gegen das Projekt formulieren. An der gut zwei Kilometer langen Strecke quer durch Berlins historische Mitte soll voraussichtlich sieben Jahre lang gebaut werden. Auch wenn der Tunnelbau im unterirdischen Schildvortrieb geplant ist, sollen die Bauarbeiten an vier Stellen den Untergrund verlassen. Am größten wird dabei die Baugrube am neuen Kreuzungsbahnhof ausfallen. Unterhalb der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße sollen die Linien U 5 und U 6 verknüpft werden. Für die dafür notwendige Baustelleneinrichtung müssen voraussichtlich im Herbst 2010 auf dem Mittelstreifen des Boulevards 53 Linden abgeholzt werden.

"Ob es tatsächlich so viele sein werden, steht noch nicht fest", sagt jedoch BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Das ergebe sich erst aus der Feinplanung, die nach Erhalt der Baugenehmigung angefertigt werde. Zudem würden als Ersatz 65 neue Linden gepflanzt. Weil ein Großteil der Bäume an der Straße Unter den Linden ohnehin durch Autoabgase, Wassermangel und fehlerhafte Pflege geschädigt sind, hat auch die für das Gartendenkmal zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kein Problem mit der geplanten Abholzaktion. "Das ist mit uns so abgestimmt", so Marko Rosteck, Sprecher der Behörde. Nach den Neupflanzungen, ist man in der Behörde überzeugt, werde der Linden-Boulevard wieder so schön sein, wie er mal war.

Die Welt, [20.12.2008]

 

 
Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst

Das LeBuffet Restaurant im neuen Karstadt Haus Kurfüstendamm 231 steigt neuerdings aktiv in die "Familienpolitik" ein. Kleine Besucher unter 12 Jahren erhalten ein Essen mit einer kleinen Überraschung umsonst. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass die Kids das LeBuffet Restaurant in Begleitung eines voll-zahlenden Erwachsenen besuchen. Der Mindestverzehr für die Erwachsenen ist mit 5€ hierbei bewusst niedrig gehalten.

"Das ist unser Beitrag zur Familienpolitik," erläutert Restaurantleiter Andreas Luxa augenzwinkernd. "Gerade in der heutigen Zeit, in der die Rezession das vorherrschende Thema ist und die Konsumenten durch gestiegene Lebenshaltungskosten weniger Geld in der Tasche haben, wollen wir hiermit gerade den jungen Familien entgegen kommen."

Wählen können die kleinen Gäste zwischen einer Portion Pommes Frites mit Tomatenketchup und einer Portion Nudeln mit Tomatensauce – eine lustige Überraschung zum Spielen, Basteln oder Sammeln gibt es obendrein.

Dafür, dass auch die Erwachsenen voll auf ihre Kosten kommen, sorgt das Restaurant-Team von Anderas Luxa mit vollem Engagement. Ob Pasta, knackig-frische Salatvariationen oder Fisch- und Fleischspezialitäten frisch vom Grill: Frische, Qualität und Vielfalt werden im RestaurantCafé groß geschrieben.

"Wir möchten die Sinne für besondere Geschmackserlebnisse sensibilisieren und setzen dabei voll auf hochwertige Produkte und eine natürliche Zubereitung. So unterschiedlich Ihre Gelüste von Tag zu Tag auch sein mögen: Unser Angebot ist so abwechslungsreich wie vielfältig und wird von täglich wechselnden Gerichten ergänzt. Hier kommt gewiss jeder auf den Geschmack," so Luxa. Ob knackiger Salat, duftend-frische Kuchen, Fisch, Pasta oder fernöstliche Küche: Nur die frischeste Ware wird verarbeitet und serviert.

Nicht umsonst wurden die Karstadt RestaurantCafés und LeBuffet Restaurants 2008 vom Deutschen Institut für Service-Qualität im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung in der Rubrik "Bestes Angebot" mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

"Diese Auszeichnung ist für uns Bestätigung und Motivation zugleich," konstatiert Luxa. "Meine Mannschaft und ich geben jeden Tag unser Bestes – zum Wohle der Gäste."

Die Aktion dauert vom 05.01. bis 31.03.2009!

 
Jürgen Flimm wird neuer Intendant der Staatsoper

Flimm werde die Leitung der Staatsoper ab 1. September 2010 übernehmen, verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Seine gestrige Bekanntmachung im Rathaus verzögerte sich ein wenig, weil Barenboim eigens aus New York zum Termin angereist kam - und sich verspätete. Die beiden Tiger des ersten Hauses der Stadt wollten gemeinsam ihr Revier für Berlin abstecken.

Den Spruch mit dem Tiger hat übrigens ein anderer möglicher Kandidat für den verwaisten Berliner Intendantensessel - Peter Mussbach hatte im Mai im Streit das Haus verlassen - in die Welt gesetzt. Es war Gerard Mortier, der kürzlich mit Blick auf die Opernstadt Berlin davon sprach, dass immer nur ein Tiger auf dem Berg sitzen kann. Der große belgische Opernmanager wollte damit sagen, er würde keinesfalls mit einer starken Persönlichkeit wie Barenboim zusammen arbeiten können.

Andere Kandidaten sollen ähnlich reagiert haben. Insofern ist es schon bemerkenswert, dass Barenboim und Flimm gestern versuchten, langjährige Freundschaft und Gleichrangigkeit zu dokumentieren. Denn Tiger, so wissen wir Hobby-Zoologen, sind eigentlich Einzelgänger und Revierverteidiger mit scharfen Zähnen.

Jetzt müssen die Beiden mindestens fünf Jahre miteinander aushalten, denn so lange läuft Flimms (noch nicht unterzeichneter) Intendantenvertrag. Warum er sich das noch einmal antue? fragte sich Flimm, Jahrgang 1941, gestern vorsorglich selbst. In seiner Antwort verwies auf die Attraktivität eines Angebots in der Hauptstadt und darauf, dass er gerne an der starken Seite von Barenboim arbeiten möchte.

Genau genommen wird Flimm bereits ab 1. Januar des neuen Jahres als Berater gemeinsam mit dem derzeitigen kommissarischen Intendanten Ronald H. Adler die Zukunft des Hauses in die Hand nehmen. Flimm ist damit der Intendant einer schwierigen Übergangszeit und der zu erwartenden glanzvollen Wiedereröffnung des Hauses Unter den Linden. Denn bereits im Januar beginnen die Umbauarbeiten des Schillertheaters zur Ersatzspielstätte. 2010 zieht das Staatsopern-Ensemble um. Der Wiedereinzug Unter den Linden ist zur Spielzeit 2013/14 geplant.

Noch ist Flimm Intendant der Salzburger Festspiele. Dort hat er bis zuletzt Revierkämpfe u. a. mit seinem Schauspielchef Thomas Oberender ausgetragen. Kürzlich fiel Flimm in einem Interview über sein eigenes Festival her - was viele irritiert hat. Offenbar hatte der Intendant da seinen Kopf schon in Berlin, seine Fäuste aber noch in Salzburg. Es sei etwa zwei Monate her, erzählt er gestern, da wurde er aus Berlin angerufen. Am Telefon war Kulturstaatssekretär André Schmitz, der war mal Referendar in Flimms Ära am Hamburger Thalia-Theater. Flimm gehört zu jenen Großen, Alteingesessenen, die alle und jeden im Geschäft kennen.

Nach stundenlangen Gesprächen mit Barenboim jedenfalls sei im New Yorker Hotelzimmer dann die Entscheidung gefallen. Beide verbinde, fügt Barenboim hinzu, das Streben nach Qualität. Allzu viel konnten und wollten Flimm und Barenboim gestern nicht preisgeben. Über die künftige ästhetische Ausrichtung der Staatsoper habe er, so Flimm, noch nicht entschieden. Zunächst müsse er auch mit allen Beteiligten sprechen. Dann werde er sehen, wie es weitergehe. Er kündigte zudem an, sich regelmäßig mit Vertretern der Deutschen Oper und Komischen Oper treffen zu wollen, auch, um Doppelungen in den Spielplänen zu verhindern. Es stelle sich die Frage, wie viele "Traviatas" Berlin brauche? Wowereit wies Befürchtungen zurück, mit dem Umzug der Staatsoper ins Schillertheater drohe eine Fusion mit der unweit gelegenen Deutschen Oper. Barenboim sagte dazu, nach Gesprächen mit Donald Runnicles, dem neuen Generalmusikdirektor der Deutschen Oper, strebe er eine Zusammenarbeit an - "ohne jede Fusion" und zum Vorteil des Publikums. Er nannte als Beispiel eine aufgeteilte Sommerbespielung der Häuser.

Mit der Berliner Opernlandschaft ist Flimm bestens vertraut, nicht nur, weil er von 1999 bis 2003 als Präsident des Deutschen Bühnenvereins die Neuordnung begleitet hat. Er hält die viel kritisierte Opernstiftung für ein gutes Modell. "Ohne die Opernstiftung gäbe es keine drei Opern mehr in Berlin", sagt er. Bislang hat er nicht vor, hier selbst Oper zu inszenieren.

Jetzt hat Flimm nur noch das Problem, sein altes Revier sauber zu verlassen. Er habe den Salzburger Festspielen in einem Brief mitgeteilt, dass er schon 2010 aus dem Vertrag entlassen werden wolle. "Das kann er sich abschminken!", sagte gestern Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der auch Mitglied im Festspielkuratorium ist: "Flimm hat einen gültigen Vertrag bis Ende des Festspielsommers 2011. Wenn er den nicht erfüllt, muss er sich rechtlich mit uns auseinandersetzen."

Ein Konkurrenzunternehmen in Berlin zu leiten, so Schaden, halte er für ausgeschlossen. Es klingt nach harten Gesprächen in Salzburg, derweil muss in Berlin Flimms Vertrag noch vom Stiftungsrat der Opernstiftung abgesegnet werden.

Berliner Morgenpost, [23.12.2008]

 
Am 9. August wird die neue U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor in Betrieb gehen

Ein Bummel über Berlins Prachtboulevard Unter den Linden könnte im nächsten Sommer endlich ein von Baustellen uneingeschränktes Vergnügen sein. Dann sollen endlich die Bauzäune um den neuen U-Bahnhof im Bereich zwischen Wilhelmstraße und Pariser Platz verschwinden. Am 9. August wird die neue, 1,8 Kilometer lange U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor in Betrieb gehen. Doch die Freunde darüber dürfte nur kurz sein: Ab Herbst 2010 soll Unter den Linden weiter gebuddelt werden. Dann wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der Verlängerung der Linie U 5 vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor beginnen.

Um Baufreiheit zu schaffen, sollen etwa 115 Bäume gefällt werden. Das sehen die Pläne der BVG vor, die noch zum 21. Januar im Bezirksamt Mitte ausliegen. Interessierte können in die Unterlagen Einblick nehmen und Einwände gegen das Projekt formulieren. An der gut zwei Kilometer langen Strecke quer durch Berlins historische Mitte soll voraussichtlich sieben Jahre lang gebaut werden. Auch wenn der Tunnelbau im unterirdischen Schildvortrieb geplant ist, sollen die Bauarbeiten an vier Stellen den Untergrund verlassen. Am größten wird dabei die Baugrube am neuen Kreuzungsbahnhof ausfallen. Unterhalb der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße sollen die Linien U 5 und U 6 verknüpft werden. Für die dafür notwendige Baustelleneinrichtung müssen voraussichtlich im Herbst 2010 auf dem Mittelstreifen des Boulevards 53 Linden abgeholzt werden.

"Ob es tatsächlich so viele sein werden, steht noch nicht fest", sagt jedoch BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Das ergebe sich erst aus der Feinplanung, die nach Erhalt der Baugenehmigung angefertigt werde. Zudem würden als Ersatz 65 neue Linden gepflanzt. Weil ein Großteil der Bäume an der Straße Unter den Linden ohnehin durch Autoabgase, Wassermangel und fehlerhafte Pflege geschädigt sind, hat auch die für das Gartendenkmal zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kein Problem mit der geplanten Abholzaktion. "Das ist mit uns so abgestimmt", so Marko Rosteck, Sprecher der Behörde. Nach den Neupflanzungen, ist man in der Behörde überzeugt, werde der Linden-Boulevard wieder so schön sein, wie er mal war.

Die Welt, [20.12.2008]

 
Bei Madame Tussauds Unter den Linden ist jetzt Anne Frank zu sehen - und drei Meter weiter hockt Hitler in seinem Verschlag

Ganz vorn sitzt Karl Marx, im Hintergrund steht Sophie Scholl, und zwischen ihnen schreibt Anne Frank an ihrem Tagebuch. Sie hat die Jungmädchenfrisur der vierziger Jahre, Seitenscheitel, lange Haare, dunkle Augen. Die 13-Jährige sitzt an einem Holztisch, neben sich ein Tintenfass. Ein Lächeln umspielt den schmalen Mund. „Det is Anne, Anne Frank!“ Das Mädchen aus der 9. Klasse einer Berliner Schule ist von dieser plötzlichen Begegnung geradezu hingerissen. „Die Anne ist echt cool“, sagt sie. „Absolut!“ ruft ein Mitschüler, „voll krass“. „Was?“ „Na, wie die aussieht. Als wenn sie lebt. Lebensecht eben.“

Kennt ihr Anne Frank? „Klar, aus der 9. Klasse. Ein Theaterstück gibts auch. Und einen Film zum Buch.“ Schon steht eine Traube hinter der Wachsfigur, die Blitze der Fotoapparate zucken, Anne wird erobert, und wer ihre Geschichte nicht kennt, erfährt sie gewissermaßen hautnah bei Madame Tussauds Unter den Linden. Dort wird seit gestern das jüdische Mädchen aus dem verschwiegenen Achterhuis von Amsterdam gezeigt, mehr noch: Ihr Schicksal als Symbolfigur der Opfer des Holocaust, die Geschichte ihrer Familie und ihr in 55 Sprachen übersetztes Tagebuch rücken in den Mittelpunkt des Raumes, in dem sich auch die Bilder und Biografien von Franz Josef Strauß, Manfred von Richthofen, Günther Guillaume und Graf von Stauffenberg befinden.

Hitler sitzt drei Meter entfernt in seinem Verschlag, die Nähe stört niemanden, nur eine Besucherin fragt im Gästebuch: „Liebe Anne, was hättest du wohl aufgeschrieben, wenn du wüsstest, dass die Figur Adolf Hitlers ein paar Meter hinter dir steht?“ Diese weißen Seiten sollen ein modernes Tagebuch für Anne Frank werden. Thomas Heppener, Direktor des Berliner Anne Frank Zentrums, möchte, dass die Besucher ihre Wünsche, Gedanken und Träume niederschreiben. „Es ist wichtig, dass hier auch die Opferseite des Nationalsozialismus ein Gesicht erhält“, sagt er, während sich die Schüler einer zehnten Klasse der Pestalozzi-Schule im Tagebuch verewigen: Liebe Anne, wir bewundern dich sehr!“ oder „Ich finde es toll, deine Gedanken lesen zu können“. „Ich bewundere dich, wie du das alles durchgehalten hast“. Die Wachsfiguren sind vormittags Hauptdarsteller und Mittelpunkt vom Geschichtsunterricht. Anne Frank ist die jüngste der nunmehr 76 Wachsfiguren – und dennoch die älteste. Bei Madame Tussauds in Amsterdam steht sie seit 27 Jahren.

Der Tagesspiegel, [19.12.2008]

 
Großer Karnevalsmarkt auf einer Sonderfläche im 3. Obergeschoß

Beim Karnevalsmarkt der Galeria Kaufhof am Alex erhalten Sie alles was Sie für die närrische Zeit und für Ihre Karnevalsparty benötigen. Am 22. Februar 2009 zieht auch wieder der "Große Karnevalszug" durch Berlin und die Galeria Kaufhof ist auch mit einem Wagen dabei.

 
Rogacki, die West-Berliner Feinkost-Institution, feiert ihr 80. Firmenjubiläum

Da haben wir es wieder, dieses Rogacki-Gefühl, gleich beim ersten Atemzug. Das gibt’s in München nicht, bei Dallmayr oder beim Schickimicki-Käfer, weder bei Zabar’s noch bei Katz’s in New York und auch nicht am Wiener Nasch-Markt. Das riecht nach Fisch und Rauch und Blut vom fangfrischen Hasen und, bei ungünstigen Ladenwinden, auch mal nach Fritteuse und Plastikschürze und glitschigen Kacheln. Die fetten Weihnachtsgänse aus dem Oldenburgischen lagern im Schaufenster wie deutsche Urlauber auf Mallorca, und drüben am Gourmet-Stand kommt Witta mit dem blond toupierten Haar langsam in Fahrt, hallo Schatzi hier, hallo Schatzi da und eine erste Runde mit der Weinflasche jongliert. The same procedure as every year? The same procedure as every year. Nur dass Rogacki in diesem Jahr nicht den 90. Geburtstag feiert, sondern seinen 80.

Rogacki ist ein bisschen wie das Café Keese oder das Kabarett der „Stachelschweine“, eine West-Berliner Institution mit Haut gôut, eine Arena des Alltags, ein Wohnzimmer auf Zeit. Das ist ja der Reiz: Man schwelgt und schwatzt und blickt Witta tief in die Augen, dann trinkt man aus und geht in sein eigenes Leben zurück. Deshalb, ganz wichtig bei aller Heimeligkeit und kondensierenden Weihnachtsdeko, isst man hier auch im Stehen. Als wäre der kleine Luxus, den man sich leistet, vor der Arbeit, nach der Arbeit, am Samstagnachmittag, wenn es hier so richtig brummt, immer auf dem Sprung.

Seit 80 Jahren macht Rogacki in Räucherfisch und Aal, irgendwann kamen Fleisch, Wild und Geflügel hinzu und noch etwas später Käse, Wein, „Backshop“ und „Pasta-Ecke“. Und wer unbedingt will, der kriegt hier sogar ein Dessert. Das nennt sich dann Tiramisu- Mousse und schmeckt genauso: süß, sahnig, sättigend. Das Leben, sinniert Geschäftsführer Dietmar Rogacki, sei doch zunächst ziemlich krisenresistent. Gegessen und gestorben werden müsse immer, und zum Friseur ginge man auch. Ob er wisse, dass vor ein paar Tagen die Berliner Friseurinnung Alarm geschlagen habe, die Krise sei da, die Hauptstädter führten neuerdings lieber lange Matten oder Mützen spazieren als dass sie sich einen professionellen Haarschnitt leisteten? Das hält der Unternehmer für einen Scherz. Überhaupt ist er kein Freund von schlechten Nachrichten: „Ich mal’ Ihnen hier nicht den Teufel an die Wand, det mach’ ich nicht.“

Von "Verpimpelung" und "Mimosen-Mätzchen"

Noch jedenfalls merken sie bei Rogacki nichts von „Krise“ und Rezession und Depression. Im Gegenteil: Gerade wenn schlechte Zeiten nahen – kapitalistische Binsenweisheit –, will der Mensch sich etwas leisten, etwas gönnen. Er tanzt nun einmal gerne auf dem Vulkan. Das war in den Zwanzigerjahren so, während der großen Inflation, und das dürfte vorerst so bleiben – glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist. . . Überhaupt meldet der Einzelhandel in diesem Jahr glänzende Weihnachtsgeschäfte: Schmuck, Parfüm, Accessoires, Antiquitäten, alles, was das Herz wärmt, die ratlose Seele streichelt, läuft gut. Und dass ein bei Rogacki von Angesicht zu Angesicht tot geschlagener Karpfen für mehr emotionale Bindung und Genussbefriedigung sorgt als ein Beutel armer, anonymer Tiefkühlgarnelen, leuchtet ebenfalls ein.

Vor den Festtagen also und zu Silvester, da ist sich der Chef sicher, wird es 2008 sein wie immer: Lange Schlangen vor sämtlichen Ständen bis weit auf die Wilmersdorfer Straße hinaus, ein Ritual, das die Kundschaft mit diebischer Demut auf sich nimmt. Ist doch interessant, zu beobachten, was die Nachbarin so kauft und wie viel und ob Klaus J. Behrendt alias „Tatort“-Kommissar Ballauf, der im Fernsehen auf Currywurst abonniert ist, nun den schwedischen Bio-Lachs wählt oder doch lieber den etwas magereren norwegischen. Dietmar Rogacki, seit 25 Jahren im Geschäft, geht – siehe oben – bestimmt regelmäßig zum Friseur. Gepflegter Schnauz, akkurat gestiftelter Mecki, beides eisgrau. Dazwischen zwei blaue, wache, freche Augen. Nicht gerade der Papa- Typ wie sein Großvater, der voluminöse Paul Rogacki, ein Schnapshändler aus dem Wedding, der 1928 auf Räucherwaren umstellte und vier Jahre lang mit seiner Schwester und einem Handkarren voller Aale eisern jeden Morgen zum Markt auf dem Alexanderplatz zog. Dann wurden ihm seine Öfen zu klein und die Sache zu eng, er bekam die Remise auf dem Hof des Grundstücks an der Wilmersdorfer Straße angeboten, und da residiert die Firma bis heute – nach drei Umbauten, einem Brand und der Zerstörung 1945.

Mensch, ruft Rogacki und schlägt das schlaksige linke Bein über das schlaksige rechte, „früher standen die Leute hier im Winter im Freien und verkauften, mit zwei warmen Unterhosen übereinander und drei Pullovern und waren nie krank. Heute muss nur die Klimaanlage um zwei Punkte fallen, schon frieren sie alle.“ Die „Verpimpelung“ des modernen Menschen, die „Mimosen-Mätzchen“ mancher Mitarbeiter, das sind so Rogackis Lieblingsthemen. Und die, jawoll, haben etwas mit Krise zu tun. Ganz handfest.

Er ist kein Chef zum Liebhaben

Ein Chef zum Liebhaben ist der 52-Jährige auf den ersten Blick nicht, eher eine Kämpfernatur, einer mit harter Schale. Wenn Witta und ihre Kolleginnen drüben an der „Schlemmer-Ecke“ die Petersilie mal wieder mit bloßen Fingern anfassen oder den Wein über den Glasrand hinaus eingießen, so dass die ganze Theke schwimmt, oder wenn sie selber mal einen über den Durst trinken, weil es eine verdammt harte Arbeit ist, immer so nah am Kunden und so nah an den Fischen und auch noch selber braten und brutzeln und immer sauber und immer freundlich von acht bis 18 Uhr, dann gibt’s eben einen auf den Deckel. Die „Schatzis“ und Stammgäste mögen gewisse kleine Exzesse lustig finden, sagt Rogacki und schlägt das rechte Bein übers linke, „neue Kunden aber denken sich, wat is’n det für’n komischer Laden hier.“

Dass dieser Laden nicht zuletzt von der Schrulligkeit seiner 120 Angestellten lebt, vom Lehrling im ersten Lehrjahr bis zum Kraftfahrer, der seit 36 Jahren dabei ist, das weiß Dietmar Rogacki natürlich auch. Falsche Freundlichkeit praktiziert hier keiner, jene amerikanische Plastik- Service-Mentalität, die „thank you for your cooperation“ sagt, während sie einem etwas aufzwingt oder reinwürgt, die sucht man zwischen Frischfisch und 80 (!) verschiedenen selbst gemachten Salaten vergebens. Wittas Sprüche bleiben Wittas Sprüche, der baumlange Kerl, der irgendwann mit Bodybuilding angefangen hat, ist jetzt drüben bei der Wurst, und der nette Kleine mit dem markanten Profil und der Pomade im schwarzen Haar wäre, würde er nicht so berlinern, eine Idealbesetzung für den Piccolo im „Weißen Rössl“. Der Rogacki-Kunde leidet regelrecht unter Entzugserscheinungen, unter Heimwehattacken und Operettensehnsüchten, wenn er dieses „sein“ Personal länger nicht zu Gesicht bekommt.

Das Personal ist der einzige Posten, an dem Dietmar Rogacki sparen könnte, sollte sich das Jahr 2009 wirtschaftlich tatsächlich so verheerend gestalten, wie die Politik es der Nation gerade beizubringen versucht. Aber beides sieht er eigentlich nicht. Weniger Personal bedeutet längere Wartezeiten für die Kunden, und wer nicht warten kann oder will, der wandert ab ins KaDeWe oder ins Lafayette oder gleich zum Großhandel. Da mag die Gefühlsebene nicht stimmen, da fehlt der Familienanschluss, auch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ein anderes, aber das wären wohl die Alternativen.

An der Energie jedenfalls (für Beleuchtung, Klimaanlage, Kühltheken) und am Wasser kann Rogacki nicht sparen, da hat er längst auf Niedrigverbrauch umgestellt, nur dass die Explosion der Kosten ihm gleich alles wieder wegfrisst. Und an der Qualität, an der Ware selbst will er nicht sparen, „das wäre dumm“. Vor ein paar Jahren haben sie versucht, den Kartoffelsalat aus fertig geschälten Kartoffeln herzustellen. Das Ergebnis schmeckte „seifig“, seither sind in der Küche wieder vier Frauen den ganzen Tag nur mit Kartoffelschälen beschäftigt.

Was also tun, wenn’s dicke kommt?

Der gebürtige Berliner, der eigentlich Fotograf werden wollte und schon als Kind lieber mit Sardinenbüchsen als mit Bauklötzchen spielte, wartet ab. Wie der Rest des Landes und die Politik auch. Für schlechte Vorhersagen ist der Mensch nicht geschaffen, das musste schon Kassandra in der griechischen Mythologie erfahren, und an den Tsunami hat man 2004 auch erst geglaubt, als einem das Wasser bis zum Halse stand. Außerdem plagen Dietmar Rogacki aktuell ganz andere Sorgen. Es ist draußen zu warm, so warm wie noch nie vor Weihnachten. Tagsüber acht oder neun Grad plus wie für Anfang der Woche prognostiziert, das bringt die gesamte Logistik ins Wanken. Da die für die Feiertage anzuliefernde Ware das Fassungsvermögen der Kühlhäuser um ein Mehrfaches übersteigt, geht man traditionell dazu über, die Gänse und Enten und Hasen und Hirsche und Hechte und Hummer im Hof zu lagern, sorgsam verpackt und in kleinen Partyzelten vor Wind und Wetter geschützt. Bei solch hohen Temperaturen aber ist das ein echtes Problem.

Eine Lösung scheint nicht in Sicht: Kein anzumietender Kühlwagen von ausreichender Größe passt durch die Hofeinfahrt, und die kostbare Fracht einfach auf der Straße zu parken, dieses Risiko könne man nicht eingehen. Also doch: Warten aufs Christkind, hoffen auf Jörg Kachelmann? Dietmar Rogacki schlägt ein Bein übers andere. Jetzt soll auch noch das Wetter etwas mit Wirtschaft zu tun haben?

Krisen hat es in der Geschichte der Charlottenburger „Stadtküche“ immer wieder gegeben. 1945, wie gesagt, liegt das ganze Gebäude Wilmersdorfer Straße 145-146 in Schutt und Asche, nur die beiden Altonaer Öfen aus dem Jahr 1932 widerstehen dem Bombenhagel, zwei pechschwarze Trutzburgen. In ihnen wird bis heute geräuchert, mit Feuer, Wasser und Buchenholz, und um mit den Emissionsschutzgesetzen nicht in Konflikt zu geraten, und weil die Mengen so gering sind, gibt es eine Rogacki-Sondergenehmigung. Die Firma Wiese aus Kiel, die 100 Jahre lang in ebensolchen Öfen Kieler Sprotten räucherte, ist an der staatlichen Auflage, Schadstoff bindende Filter einzubauen, unlängst pleite gegangen. Und der Rest der Branche arbeitet natürlich elektronisch. Da muss man dann nur noch den Knopf „Forelle“ oder „Heilbutt“ drücken.

Was während des Dritten Reichs war, will er nicht wissen

Unter Planen wie einst im Wedding geht der Fischverkauf nach Kriegsende rasch weiter. Bilder aus dieser Zeit zeigen lachende Verkäuferinnen über üppigen Auslagen, die Arme in die Hüften gestützt. Man ist mit dem Leben davongekommen. Zum 75. Firmenjubiläum 2003 organisierte Dietmar Rogacki im Laden eine Ausstellung mit historischen Fotografien, darunter auch eins von der Fassade in den Dreißigerjahren. Da wehen aus dem zweiten und dritten Stock kleine Hakenkreuzfahnen. Empörte Kunden bestürmten ihn, das Bild wieder abzuhängen - „oder sind Sie vielleicht ein Nazi?“ Als würden sich Menschenverachtung, rassistisches Denken und Mitläufertum bis heute in Rollmöpsen und Matjesfilets konservieren, ja als liefe man Gefahr, sich hier ideologisch zu infizieren.

Was seine Großeltern, die Firmengründer, während des Dritten Reichs denn gemacht hätten, wollen wir wissen. „Nix, weiß ich nicht, das waren Kaufleute.“ Mit einer etwas weniger nassforschen Auskunft täte man sich gewiss leichter. Dietmar Rogacki aber schlägt ein Bein übers andere und ist längst bei der großen Fisch-Krise von 1987. Da strahlte das TV-Magazin Monitor einen Beitrag über sogenannte Nematoden (Fischwürmer) in Seefischen aus. Der allgemeine Ekel grassierte, andere Medien zogen kräftig nach, und der Frischfischkonsum brach um 80 Prozent ein. Sie hätten damals aufgeklärt und Schilder aufgestellt, dass die neuen Hygiene-Verordnungen an der Wilmersdorfer Straße Standard seien – es habe alles nichts genützt. Essen ist nun einmal eine Frage des Vertrauens. Ein volles Jahr hat es gedauert, bis dieses wiederhergestellt war, einigermaßen.

Von BSE oder der Vogelgrippe weiß Dietmar Rogacki ganz ähnliche Geschichten zu erzählen. Fast ist es, als hüpften die Auswüchse und Folgen unserer zerstörten, pervertierten Natur bei ihm in schöner Regelmäßigkeit von Theke zu Theke: vom Fisch zum Fleisch zum Geflügel und wieder zurück. Und wenn mal gar nichts los ist, dann demonstrieren vor den Schaufenstern garantiert ein paar Tierschützer in Hummer-Kostümen gegen das Halten lebender Tiere im Geschäft.

So einfacht ist das mit der Krise

Sortiment und Geschmack werden demnach weniger vom Zeitgeist diktiert, vom allgemeinen Schlankheits-, Gesundheits- oder Wellnesswahn, als vielmehr und in erster Linie vom Zustand und guten Ruf des Rohstoffs. Lässt sich das Angebot so überhaupt gestalten, steuern, verändern? Der Rogacki-Chef wiegt den Kopf, „bei allem Neuen wird grundsätzlich die Nase gerümpft, egal, ob wir einen Curry-Reis-Salat ausprobieren oder über moderne Theken nachdenken.“

In Sachen Fisch allerdings wird der Verbraucher umdenken müssen. Laut einer aktuellen Greenpeace-Studie sind mehr als drei Viertel der weltweiten Fischbestände bis an ihre Grenzen ausgebeutet und überfischt. Ganze zwei von zehn deutschen Supermärkten haben darauf reagiert und ihr Sortiment akzeptabel umgestellt. Nur sechs Arten (Karpfen, Lachs aus dem Pazifik, Pangasius, Regenbogenforelle, Sardine aus dem Nordostatlantik und Zander) kann man uneingeschränkt und guten Gewissens überhaupt noch verzehren. Bei Rogacki waren es früher 25 Arten, heute sind es um die 80 – das Flugzeug und die Globalisierung machen es möglich, und schön sieht er ja aus, der Papageienfisch aus den Tropen, mit seinen blau- orange gezackten Flammen.

Ob Überfischung ein Thema sei? „Das ist dem Kunden egal.“ Ob man ihn nicht erziehen müsse, seinen Kunden? „Nehmen Sie einem Autofahrer mal das Auto weg.“ Und wenn es eines Tages keinen Hering und keinen Rotbarsch mehr gäbe? „Dann gibt’s eben keinen mehr. Gewohnheiten ändern sich. Bückling isst heutzutage ja auch niemand mehr.“ Besonders nachhaltig, hm, klingt das nicht. Drüben am Schlemmer-Eck beißt die blonde Witta gerade herzhaft in eine dicke Wurst und legt das angebissene Stück neben der offenen Kasse ab. Sie sieht müde aus, es war ein langer, lauter Tag. Ohne Fische wird man eines Tages keine Delikatess- und Fischgeschäfte mehr brauchen. Insofern hängt eben doch alles mit allem zusammen, das Wetter, die Wirtschaft, das Klima, der Markt und die Ethik. So einfach ist das mit Rogacki und der Krise.

Der Tagesspiegel, [20.12.2008]

 
Raschelnde Tüten und Cola aus Pappbechern - das wird es in Berlins neuem Luxus-Kino, der "Astor Film Lounge", nicht geben

Vielmehr setzt Betreiber Hans-Joachim Flebbe auf ein Verwöhnprogramm mit gemütlichen Ledersesseln und Service am Platz. 800.000 Euro hat der Betreiber dafür investiert. Die Business-Class im Flugzeug ist bescheiden dagegen. In der neuen Astor Film Lounge am Kurfürstendamm 225 können sich sogar Zwei-Meter-Männer ausstrecken. Der Besucher versinkt in weichen schwarzen Ledersesseln. Vor ihm ein bequemer Hocker, um die Füße hochzulegen. Fast wie zu Hause – oder sogar besser. Schließlich gibt es Personal, das Getränke und kleine Menüs mit fünf bis sechs Gängen bringt. „Aber nur im Vorprogramm“, schränkt Hans-Joachim Flebbe ein.

Der Chef der VEB Filmtheaterbetriebe hat sich für das Kudamm-Kino gegenüber dem Neuen Kranzler Eck, das bis vor wenigen Wochen noch Filmpalast Berlin hieß, ein neues Konzept einfallen lassen. Der Kinogast wird hier rundum versorgt, angefangen vom Doorman, der die denkmalgeschützten Türen öffnet, über den Begrüßungscocktail bis hin zur Garderobiere. Solcher Service für das individuelle Wohlfühl-Ambiente hat natürlich seinen Preis. Die Eintrittskarte kostet zwischen 10 und 15 Euro. Selbst für Autofahrer gibt es dafür aber Hilfe: Sie können ihr Gefährt in die nächst gelegene Parkgarage chauffieren lassen. Die Parkgebühren betragen 3 Euro für eine dreistündige Vorführung.

Flebbe, der 1990 die Cinemaxx-Gruppe gründete und Ende September 2008 aus dem Vorstand ausschied, verfolgt mit dem Ausbau des Kudamm-Kinos eine längerfristige Perspektive. Sollten die Berliner die neue Kinoform annehmen, will der Multiplex-Pionier expandieren. Das Astor könnte Vorreiter werden für eine Kette von „Premium“-Kinos, die er mit Partnern im deutschsprachigen Raum eröffnen möchte. Die Astor Film Lounge wurde in nur sechs Wochen umgebaut. 800.000 Euro hat der Betreiber investiert. Die vor 20 Jahren eingebauten 480 französischen roten Plüschsessel wichen neuen aus Norwegen. Dadurch, dass nun nur 250 Sessel den Saal füllen, ergeben sich großzügige Sitzabstände von 1,45 bis 1,75 Meter.

Flebbe will die Kinobesucher zurückholen, die sich im Massenbetrieb der Multiplexe nicht wohlfühlen und sich auf heimisches Filmschauen zurückgezogen haben. Zwar hätten die großen Kinozentren maßgeblich dazu beigetragen, dass das Kino nicht gestorben sei, sagte Flebbe gestern bei der Vorstellung des Astor. Er wolle aber auch denen, die solche Häuser meiden, das Gemeinschaftserlebnis Kino zurückbringen. „Ich bin optimistisch, dass das Kino eine Zukunft hat, wenn der einzelne Besucher im Mittelpunkt steht“, so Flebbe.

Für den Namen Astor habe er sich entschieden, weil die Genrebezeichnung „Filmpalast“ austauschbar sei. „Das Astor hingegen, das wegen hoher Mietforderungen nicht fortgeführt werden konnte, kannte jeder, der Name klingt individueller und hatte einen guten Ruf. Aber kein Taxifahrer, den ich fragte, wusste, wo der Filmpalast war“, sagte Flebbe.

Beim Umbau wurde der Kinosaal, der einer geschwungenen Muschel ähnelt, von Architektin Anna Maske sensibel in den Originalfarben aus den Anfängen rekonstruiert. Mit einem neuen Lichtsystem können die lachsrosa- bis beigefarbenen hellen Wände und Vorhänge eindrucksvoll inszeniert werden. das Gros der Umbaukosten aber floss in die Technik des 1948 als „Kiki“ (Kino im Kindl) eröffneten Filmtheaters. „Wir haben technisch aufgerüstet und den neuesten Hollywood-Standard eingebaut“, begeisterte sich Flebbe. Die Tonanlage werde bei Live-Übertragungen von Opernaufführungen oder Konzerten zeigen, was in ihr stecke. Das Astor sei zudem das erste Kino Berlins, das die Möglichkeit biete, digital 3-D-Filme vorzuführen. 15 Filme dieser Machart kämen 2009 ins Kino. Besucht werden kann das Astor ab kommendem Montag.

Das Ansinnen des 57-jährigen Hans-Joachim Flebbe ist durchaus couragiert. Denn weder in Deutschland noch Berlin stehen die Zeichen im Kinogeschäft auf Boom. Filme schaut man heutzutage daheim auf DVD. So zählte die Filmförderungsanstalt (FFA) im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik 125,4 Millionen verkaufte Eintrittskarten. Das waren 30 Prozent weniger als 2001. Die Berliner Zahlen machen auch nicht gerade Mut: Wurden in der Stadt vor sieben Jahren noch 11,1 Millionen Besucher erfasst, waren es im vergangenen Jahr nur noch 8,3 Millionen. Die Zahl der Kinosäle ging von 274 auf 238 zurück – allerdings immer noch deutlich mehr als die Summe aller Vorführräume in Hamburg, Bremen und dem Saarland (182). 2008 betrug der Umsatz in Berlin 50,8 Millionen Euro. Im Jahr 2001 nahmen Berlins Kinomacher noch 68,1 Millionen Euro ein. Über steigende Eintrittspreise konnten die Berliner in diesem Zeitraum nicht klagen. Durchschnittlich 6,05 Euro kostete das Ticket 2007, was lediglich 49 Cent mehr waren als 2001.

Unabhängig von derart düsteren Wirtschaftsdaten ist überhaupt fraglich, ob im 19. Jahr des neuen Berlin der Bereich Kurfürstendamm noch als Kinostandort in der Stadt wahrgenommen wird. Reiste man im alten West-Berlin gern aus allen Himmelsrichtungen an, um in Royal Palast, Filmbühne Wien oder Marmorhaus die neuesten Publikumsrenner zu erleben, haben heute an anderer Stelle die Multiplexkinos die Funktion einer ganzen Kinomeile übernommen. Dort erwartet den Besucher die Auswahl zwischen einem Gros der aktuellen Filme, wie sie etwa die 19 Kinosäle des erfolgreichen Cinemaxx am Potsdamer Platz bieten.

FFA-Zahlen belegen zudem, dass mit Kinos, die über nur einen Saal verfügen, immer weniger Umsatz zu machen ist. Zogen sie 2001 in Deutschland noch 13,9 Millionen Zuschauer an, waren es 2007 nur noch sieben Millionen. Auch ihr Umsatz fiel um fast die Hälfte. So ist jetzt etwa auch das Kino Tilsiter Lichtspiele an der Richard-Sorge-Straße in Friedrichshain von der Schließung bedroht. Das vor 100 Jahren eröffnete Filmtheater kann, sagen die Betreiber, nicht den „horrenden Mietforderungen“ nachkommen. Eine Ausnahmeerscheinung indes bleibt das Kino Union in Friedrichshagen. Ein Cineast kaufte es 2006 und brachte wieder Leben in das 1998 geschlossene Kiez-Filmtheater. Die Anzahl der Sitze allerdings reduzierte sich um zwei Drittel auf 180.

Bequeme Riesenkinos, wo der Gast bessere Parkmöglichkeiten und gute Bus- und Bahnverbindungen hat, bieten dagegen ein breites Programm. So können sich Kinogänger die Entscheidung, was sie sehen wollen, bis zuletzt offenlassen – ein wenig wie beim Zappen am Fernsehgerät. Bei der Arbeitsgemeinschaft City glaubt man dennoch an den Kinostandort Kudamm. Vorstandsmitglied Gottfried Kupsch sagt, es existierten im Umfeld durchaus viele Kinos. Allerdings habe es ein Kinosterben gegeben. „Das kennt man im vergleichbaren Bezirk Mitte nicht , weil es dort niemals die Vielzahl von Kinos gab“, so Kupsch. Der Immobilienunternehmer vermutet, dass die Astor Film Lounge den Start einer Trendwende markiert. „Ich erwarte eine Renaissance der Kinos mit nur einem Vorführsaal.“ In den großen Kinopalästen „verschwinden die Zuschauer in den Sälen und wenn sie herauskommen, ist alles Gefühl, alle Atmosphäre von dem, was sie eben erlebt haben, verschwunden“, kritisiert Kupsch.

Astor Film Lounge: Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin, Telefon 030 - 883   85 51

Berliner Morgenpost, [19.12.2008]

 
InterContinental Berlin unterstützt Aktion "Spitzenköche für Afrika"

Trüffel genießen und dabei auch noch Gutes tun: Das können Gäste am 15. Januar 2009 im InterContinental Berlin, wenn in HUGOS Restaurant über den Dächern der Hauptstadt „Spitzenköche für Afrika“ kochen. Denn die Hälfte der Erlöse aus den Eintrittskarten der Gäste spendet das Berliner Top-Hotel der Äthiopienhilfe von Schauspieler Karlheinz Böhm.

Mit der Aktion „Spitzenköche für Afrika“ hatten Starkoch Eckart Witzigmann und Delikatessengroßhändler Ralf Bos ihre Kollegen aus der Spitzengastronomie dazu aufgerufen, mit individuellen Aktionen Spenden zu sammeln, um auf einen Gesamterlös von 250.000 Euro zu kommen. Anlässlich der exklusiven Trüffelparty im Berliner HUGOS wird Eckart Witzigmann persönlich den Scheck an Karlheinz Böhm überreichen. Die Spende dient dem Bau einer Grundschule in Äthiopien.

Meisterkoch und HUGOS-Chef Thomas Kammeier wird mit Kollegen wie Sternekoch Johannes King vom Sofitel Söl´ring Hof auf Sylt, Kolja Kleeberg vom Restaurant Vau, Ulrich Heimann vom Le Ciel im InterContinental Berchtesgaden Resort sowie Karlheinz Hauser vom Hamburger Süllberg vielfältige Variationen des begehrten Edelpilzes offerieren. Begleitet von den Weinen der Topwinzer Jochen Dreissigacker aus Rheinhessen und Markus Schneider aus der Pfalz.

"Eine kulinarisch hochkarätige Besetzung, herrliche Gaumenfreuden und das alles noch für einen guten Zweck - selbstverständlich sind wir mit dabei und unterstützen diese Aktion", erklärtWilly Weiland, General Manager des InterContinental Berlin.

Der Eintrittspreis pro Person beträgt 240 Euro. Das InterContinental Berlin spendet pro Gast 120 Euro für die Aktion „Spitzenköche für Afrika“.

Reservierungen für den Abend, der um 19 Uhr beginnt, nimmt das Hotel unter der Telefonnummer 030 – 2602-1175 entgegen (Frau Beatrice Bischoff).

 
Andreas Boehlke ist der perfekte Strippenzieher

Er bringt Berlin zum Leuchten. Der Chef des Reinickendorfer Familienbetriebs hat mit seinen Technikern rund 250 Kilometer Kabel verlegt und Millionen Lichter installiert, mit denen die Hauptstadt festlich geschmückt wird.

Sei es die Lichtershow am Fernsehturm, der Lichtzauber auf der Zitadelle oder die vielen Einkaufsstraßen, die zur Weihnachtszeit die Hauptstadt prachtvoll erleuchten: Meist steckt der 42-jährige Berliner dahinter, der Straßen, Plätze und Gebäude fantasievoll ins rechte Licht rückt.

Unter den 25 Straßenzügen, die Boehlke in der Hauptstadt gerade weihnachtlich leuchten lässt, sind auch der Kurfürstendamm mit dem Tauentzien, Unter den Linden, die Steglitzer Schloßstraße und die Friedrichstraße. Aber auch Märkte wie der Weihnachtszauber auf dem Gendarmenmarkt, auf dem Breitscheidplatz, in der Altstadt Spandau und vor dem Schloss Charlottenburg tragen seine Handschrift. Der Hauptbahnhof, das Dom-Aquarré und das Neue Kranzler-Eck, das Hotel Palace sowie das Quartier 205 an der Friedrichstraße gehören ebenfalls zu den 90 Weihnachtsprojekten, die Andreas Boehlke mit seinen 30 Mitarbeitern projektiert und mit bis zu 250 temporären Kräften ausführt.

Boehlke engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der City Stiftung Berlin, die den Berlinern und ihren Besuchern jedes Jahr im Oktober das Festival of Lights beschert. Neue Projekte auszuklügeln beflügelt den Berliner Lichtkünstler. "Neues zu machen, ist wichtig. Um noch mehr Licht auf die Straßen zu bringen, kann ich mir beispielsweise für das nächste Festival of Lights vorstellen, beleuchtete Lastwagen durch die Stadt fahren zu lassen. Auch Flugzeuge könnten illuminiert werden."

Bei allem Hang zum Lichtdesign und künstlerischen Ambitionen ist Boehlke bodenständig geblieben. Für zu Hause bevorzugt er zwar einen unechten Weihnachtsbaum. Aber nur im Garten. "Wir haben dort einen sieben Meter hohen abstrakten Baum in Form eines Kegels stehen. Ein guter unechter ist der Umwelt zuliebe besser als ein schief-mickriger echter." Wenn er Heiligabend mit seiner Frau Anke und den Töchtern Alina (7) und Alexa (5) in Frohnau zur Ruhe kommt, wird im Wohnzimmer aber eine echte Tanne stehen. Nachdem es 2007 einen künstlichen Baum gab, hatte der Familienvater für 2008 wieder einen echten versprochen - das hatte sich die jüngste Tochter gemerkt...

Berliner Morgenpost, [14.12.2008]

 
An Knuts zweiten Geburtstag hat sich Zoo-Direktors Blaszkiewitz deutlich dafür ausgesprochen, dass der Eisbär-Star Berliner bleibt

"Der Zoo Berlin ist der natürliche Favorit als Bleibe für Knut" – mit den Worten gibt Peter Drüwa den Verhandlungen um die Zukunft des prominenten Bären eine deutliche Richtung. "Knut ist in Berlin aufgewachsen, und die Herzen der Berliner sind mit ihm verknüpft".

Drüwa ist Direktor des Tiergartens Neumünster. Die Einrichtung in Schleswig-Holstein ist Eigentümer von Knut, weil von dort Eisbär Lars zur Zucht nach Berlin ausgeliehen worden war. Lars ist Knuts Vater.

Die Verhandlungen über die Zukunft des Eisbären Knut sollen im Januar fortgesetzt werden, zunächst telefonisch. „Wir gehen jetzt in eine Art Weihnachtspause“, sagt Drüwa. Danach werde der Förderverein-Vorstand seines Tiergartens zusammenkommen und das Thema Knut erörtern.

Drüwa bestätigte, ein Schreiben des Berliner Zoo-Direktors Bernhard Blaszkiewitz erhalten zu haben. „Er hat darin seinen Willen bekundet, dass Berlin Knut haben will.“ Aus Drüwas Sicht steht dem nichts entgegen. Allerdings müssten Standort und Zucht mit dem Koordinator der Erhaltungszuchtprogramms im Zoo Artis in Amsterdam abgesprochen werden. Nach der Absichtserklärung aus Berlin dringt Drüwa im zweiten Schritt darauf, dass Blaszkiewitz ein Konzept zu Knuts Zukunft entwickelt. Drüwa: „Dazu gehört die Unterbringung.“ Es eile aber nicht. „Knut hat im jetzigen Gehege noch eine ganze Weile Platz.“

Berliner Morgenpost, [19.12.2008]

 
Vom 05.12 - 23.12.08 lässt eine Installation das Haus Hardenberg in Berlin brennen

Anlass ist der Umzug des dänischen Möbelherstellers Montana. Die Umsetzung erfolgt durch das Künstlerpaar Thyra Hilden und Pio Diaz im Rahmen ihrer "City on fire"-Serie.

 
Um die historischen Bühnen "Komödie" und das "Theater am Kurfürstendamm" vor dem Aus zu bewahren, wird der Verein "Rettet die Kudamm-Bühnen" ins Leben gerufen

Am Freitag solle die Gründungsversammlung stattfinden, teilte ein Sprecher der Theateragentur Laur Veranstaltungs-Management am Donnerstag mit. Der Verein wolle mit vielen Aktionen versuchen, die Öffentlichkeit zu mobilisieren und den Abriss der beiden für den Kurfürstendamm "lebenswichtigen Häuser" zu verhindern. Nach Angaben der Initiatoren hatten über 20.000 Bürger mit Unterschrift gegen den Abriss gewandt.

Anfang Dezember war beschlossen worden, dass der Theaterstandort im Berliner Kudamm-Karree erhalten bleibt. Darauf hatte sich die Theaterdirektion mit der irischen Investorengruppe Ballymore Group geeinigt, die das Karree im vergangenen Jahr gekauft hatte. Aus den bisherigen Bühnen "Komödie" und "Theater am Kurfürstendamm" soll ein neues "Misch-Theater" mit einer Kapazität von 650 Sitzplätzen entstehen. Der Baubeginn steht noch nicht fest. Die Spielplansicherheit soll bis Mitte 2010 gesichert sein, erst dann sei eine dreijährige Schließung geplant.

Der Tagesspiegel, [19.12.2008]

 
Benvenuti zum traditionellen Weihnachstsessen in unserem kleinen Ristorante

Zwei besondere Menus haben wir zum Fest für Sie zusammengestellt. Ausserdem ein Vorschlag, dieses Jahr gründlich und mit einem trotzigem Siegerlächeln endgültig zu verabschieden: das Silvestermenu zu 75 € inklusive Mitternachtsspumante. Zusätzlich empfehlen wir unsere Winterkarte und -ganz neu- unser Lunchangebot.

Reservierungen bitte unter 030 / 8900 6847.

WEIHNACHTSMENU 2008
25. und 26. DEZEMBER

LATTUGHE CON CONIGLIO E CARCIOFI
Winterliche Blattsalate mit Kaninchenrücken, Artischocken, Pinoli und Rosinen

PETTO D’OCA CROCCANTE
Knusprige Gänsebrust auf Orangenkraut und Südtiroler Knödel

SEMIFREDDO DI CASSATA
Cassata-Halbgefrorenes mit Schokozabaione

38 €

FEGATO D’OCA CON CHUTNEY DI LAVANDA
Gänsestopfleber in Kürbiskernkruste mit Lavendelchutney

ESSENZA DI PORCINI CON ANATRA MARINATA9
Steinpilzessenz mit gebeizter Entenbrust

ALIBUT CON SCAMPI IN SALSA DI NOCI
Weisser Heilbutt mit Garnelen gebraten in Walnusssalsa

SELLA D’ABBACCHIO COPERTO DI MELANZANE
Lammrücken im Auberginenmante

VARIAZIONE DELLA MANDORLA
Verführerisches aus Mandeln

58 €

SILVESTERMENU 2008
31. DEZEMBER

CARPACCIO DI SALMONE CON CAVIALE
Carpaccio vom Wildlachs mit Kaviar

TAGLIOLINI ALL‘ ARANCIA CON RAGÙ D‘OCA
Orangentagliolini mit saftigem Ragout aus der Gänsekeule und Walnussen

ALIBUT CON FINOCCHIO ALLO ZAFFERANO
Weisser Heilbutt mit Safranfenchel in Kapernbutter

FILETTO DI VITELLO ALLA MENTA
Kalbsfilet aus dem Ofen im Erbsen-Minzbisquit auf gerösteten Schwarzwurzeln

GELATO AL TARTUFO
Hausgemachtes Eis von und mit schwarzen Wintertrüffel, mit Rosmarin und Birnen

75 €

 
Lutèce Bar im Hôtel Concorde Berlin lädt zum Neujahrsdrink

Wer nach einer langen Partynacht am Neujahrsmorgen mit einem dicken Kopf aufwachen sollte, dem bietet die Lutèce Bar im Hôtel Concorde Berlin schnelle Hilfe: Das Bar-Team um Nico Wieduwilt kreierte extra für den 1. Januar 2009 einen besonderen Cocktail, der erfrischt und Kopfschmerzen vertreibt: den "Green Basil Mary" (10 Euro).

Mit viel frischem Basilikum und Tomaten-Essenz zählt er zu den "Cuisine Style" Drinks und schmeckt herzhaft leicht. Die Le Faubourg Lounge, zu der die Lutèce Bar gehört, ist außerdem ein ausgezeichneter Ort, um das Jahr 2008 Revue passieren zu lassen oder sich einfach nur bei entspannter Musik und gedämpftem Licht von der Silvesternacht zu erholen.

Weitere Informationen: Lutèce Bar im Hôtel Concorde Berlin, Augsburger Straße 41, 10789 Berlin, Telefon (030) 800 999 7702.

 
5-Gänge-Menü am Heiligabend

Überraschen Sie ihre Lieben mit einer Einladung ins "first floor", das klassisch-brillante Gourmetrestaurant. Sternekoch Matthias Buchholz und Chef-Sommelier Gunnar Tietz servieren Ihnen weihnachtliche Menüs zum Mittag und romantische Candlelight-Dinner am Abend.

Die Gelegenheit, Weihnachten ohne Küchenhektik und Menüstress zum verbringen. Bei feinen Menüs und mit Blick auf das Elefantentor und den weihnachtlichen Zoo können Sie Ihre Feiertage entspannt genießen. Reservierung unter Telefon 030 2502-1020.

Heiligabend im Gourmetrestaurant "first floor"

24. Dezember 2008 - Beginn um 19.00 Uhr

5-Gänge-Menü zu 128 Euro (exkl. Getränken)

*** Amuse bouche

*** Gebeizter Heilbutt mit geräuchertem Aal, Meerrettich und gelbe Bete

*** Gebratener Seeteufel mit grünem Curry und Sesam

*** Bretonischer Hummer mit Périgord-Trüffel und Kaninchenrücken

*** Brust und Keule von der Münsterländer Gans mit dreierlei vom Kohl und Kartoffelklößen

*** Gewürzschokolade mit Spekulatiusschaum und Mandarinen

25. und 26. Dezember 2008

Lunch: 4- und 5-Gänge-Menü zu 98 bzw. 122 Euro
Dinner: 5- und 6-Gänge-Menü zu 122 bzw. 138 Euro
Gerne sendet Ihnen unsere Frau Vos alle Menüvorschläge, auch vegetarische Alternativen.
Telefon 030 2502-1126.

Unsere Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Jahreswechsel:

24. Dezember Dinnerbetrieb ab 18:30 Uhr
25. und 26. Dezember 12 bis 15 Uhr und 18:30 bis 23 Uhr.
Vom 27. bis 30. Dezember à la carte-Angebot ab 18:30 Uhr.
Die Silvesterveranstaltung ist bereits ausgebucht.
Am Neujahrstag haben wir ab 18:30 Uhr wieder für Sie geöffnet.
Reservierung unter Telefon 030 2502-1020

 
Warum Dana Schweiger Tils Premiere schwänzte

Manfred Germer, Pfarrer der Berliner Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche ist begeistert: „Eine wirklich einmalige Aktion. Weil alles vom Künstler auf eigenen Wunsch hin organisiert wurde. Wir dürfen einfach nur noch ,danke’ sagen.“ Robert Kreis (58) hat Montagabend einen Benefizabend in der Komödie am Kurfürstendamm veranstaltet. Der holländische Entertainer, Kabarettist und seit Januar diesen Jahres Neu-Berliner nannte den Abend „Achtung! KREISverkehr an der Gedächtniskirche“.

Der Erlös ist für die Restaurierung des Alten Turms des bekannten Gotteshauses gedacht. Lange vor der Veranstaltung waren fast alle Karten zum Einheitspreis von 39 Euro verkauft. Am Montagabend gab es nur noch wenige Einzelkarten an der Abendkasse. Robert Kreis: „Ich liebe diese Stadt, ich möchte hier alt werden. Aber ich möchte als Künstler nicht nur hier wohnen, sondern mit meiner Kunst auch dort helfen, wo es nötig ist und wo finanzielle Mittel fehlen. Der Erhalt des Alten Turms der Gedächtniskirche, eines der wichtigsten Wahrzeichen Berlins, liegt mir besonders am Herzen.“

Dana Schweiger, Model und Unternehmerin: „Das ist eine Superidee von Robert Kreis. Wir kennen uns seit 1992. Die Gedächtniskirche muss erhalten bleiben.“ Warum ist sie nicht zur Filmpremiere ihres Noch-Ehemannes Til Schweiger gegangen? „No comment.“ Dann setzte sie hinzu: „Er macht seine Arbeit dort, ich bin hier.“ Ebenfalls gesichtet: die Schauspieler Anne-Sophie Briest, Katrin Saß, Daniela Ziegler, Barbara Schöne und Volker Ranisch. Gekommen waren außerdem Alfred Biolek, Promi-Coiffeur Udo Walz, Visagist René Koch und Charity-Lady Ulla Klingbeil.

Die Idee zu diesem Vorhaben kam dem Entertainer im Frühjahr, auch seine Wunschbühne war schnell gefunden – die Komödie am Kurfürstendamm. Robert Kreis: „Theaterdirektor Martin Woelffer war sofort begeistert, stellte sein Haus für einen Sonderpreis zur Verfügung. Die Miete bezahlt unser Sponsor, der Autohändler Bernd Quinque aus Pankow.“

Das Konzept seiner Benefiz-Show befasst sich mit dem zu erhaltenden Bauwerk und seiner Umgebung, dem Kurfürstendamm. So erzählte Kreis bei seinen verbindenden Texten zwischen den Auftritten am Piano unter anderem vom berühmten Romanischen Café unweit der Gedächtniskirche. Von Marlene Dietrichs Hochzeit in der Gedächtniskirche war ebenfalls die Rede und von Rudolf Nelson, dem Musiker, Pianisten und Komponisten, der am Kurfürstendamm 186 wohnte.

In der Pause sorgte der Verkauf einer Torte mit dem Schokoladen-Abbild der Gedächtniskirche (spendiert von „Dr. Lehmann Back GmbH“, Torten-Stückpreis 1 Euro) für zusätzliche Einnahmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte in einem Brief Kreis’ „soziales Engagement“ und wünschte ihm für seinen Benefizabend zur Rettung des Turmes der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche „den erhofften Erfolg“.

Als Abschluss seines Programms präsentierte Kreis ein speziell bearbeitetes Lied von Willy Rosen aus dem Jahr 1928. Aus Rosens „Ich kann nicht nein sagen, wenn die Elisabeth was von mir will“ wurde zum Thema des Abends „Wir können nicht nein sagen, wenn die Gedächtniskirche etwas von uns will“. Anschließend sammelte Kreis Geldspenden.

Der Künstler, dessen Spezialität Texte und Lieder aus den 20er- und 30er-Jahren sind, hofft mit dem Abend auf einen Erlös von rund 20.000 Euro.

Berliner Morgenpost, [15.12.2008]

 
Neues Feinkostrestaurant in der Pestalozzistraße

In der Pestalozzistraße 8 hat das Feinkostrestaurant "NatürlichKöstlich" eröffnet. Alle Speisen in heimischer Tradition werden von den Köchinnen handgemacht. Motto: Die Ware überwiegend aus biologischem Anbau, regional/saisonal. Von schwäbischen Spätzle bis zum Dessert und hausgebackenen Kuchen, alles auch zum Mitnehmen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch, täglich zum Mittagstisch ab 11:30 Uhr, bis 20:00 Uhr zum Abendmahl und am Samstag ab 9:00 Uhr zum Frühstück der besonderen Art. Sie können bei uns auch ein Catering bestellen unter www.natuerlichhaeppchen.de

NatürlichKöstlich
Feinkostrestaurant Naturkost Bio
Pestalozzistr.8
10625 Berlin
Tel.: 030 54 71 02 94
Mobil 0177 72 28 491
Fax: 030 45 08 67 83
www.natuerlichhaeppchen.de
info@natuerlichhaeppchen.de

 
Die Tribüne stellt zum Jahresende ihren Spielbetrieb ein

Im Juni empfahl eine Experten-Jury dem Senat die Streichung der Basisförderung für die Tribüne, jenes kleine, traditionsreiche Theater am Ernst-Reuter-Platz. Andere, lebendigere Theaterproduktionsstätten sollen von den Zuwendungen (600 000 Euro jährlich) profitieren. Das ist die Idee, die hinter der regelmäßigen Evaluierung der manchmal grausam lebendigen Berliner Theaterlandschaft steckt: Damit Neues wachsen kann, muss Absterbendes zurückgeschnitten werden. Der Senat nahm die Jury ernst, folgte der Empfehlung und stellt die Zahlungen 2009 ein, wie auch beim schließenden Orphtheater. Am Mittwoch soll es zwar noch ein Gespräch zwischen Politik und Theater geben, doch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat bereits sein Bedauern bekundet - und dass er nichts davon hält, die Experten erst zu befragen und dann ihr Urteil zu ignorieren.

Wie die Theaterleitung jetzt mitteilt, schließt die Tribüne zum 31. Dezember, mit "Der Kampf des Jahrhunderts", einem Stück über den Boxkampf zwischen Max Schmeling und Joe Louis. Es ist grausam, und es ist auch ein bisschen tragisch, denn es gab inzwischen mit dem Musical "Irma La Douce" am Haus auch einen Erfolg. Die Auslastung konnte auch mit anderen leichten Musiktheaterproduktionen gesteigert werden.

Versuche, dem Theater etwa mit "Tiergartenstraße 4", einem Stück über die Euthanasie im Dritten Reich, zu politischer Relevanz zu verhelfen, scheinen eher missglückt zu sein. Die Jury vollzog auch diesen jüngsten von vielen proklamierten Neuanfängen nicht nach und urteilt kalt: "Hier scheint ein ums Überleben ringendes Theater sich allzu offensichtlich mit der Euthanasie eines ,Aufregerthemas' zu bedienen, das sich wegen seiner Brisanz einer kritischen Betrachtung entzieht." Nicht aber der Kritik durch die Jury, die dieser Arbeit bescheinigte inhaltlich und ästhetisch in den 50er-Jahren stecken geblieben zu sein. Wie man's macht, macht man's falsch.

Das war nicht der erste Fehler der Eheleute Corinna und Thomas Trempnau, die das Theater 2005 von den langjährigen Intendanten Ingrid Keller und Rainer Behrend übernommen haben. Absolut kopflos ist der vorletzte Neuanfang verlaufen: Die Direktion hatte mit Anna Langhoff eine künstlerische Leiterin mit klangvollem Theaternamen gefunden. Leider war die erste Arbeit in Langhoffs Verantwortung ein Reinfall. Das Stück "Love. Die schönste Geschichte", geschrieben und inszeniert von Langhoffs Lebenspartner Alexej Schipenko. Es hagelte Verrisse, auch in dieser Zeitung, freundlichere Rezensenten lobten den Mut zu diesem ästhetisch sperrigen Unterfangen. Ein Lob, das freilich nicht für viel Publikum sorgte. Zehn Tage später trennten sich die Eheleute Trempnau von Langhoff.

Die atemberaubende Schnelligkeit, mit der hier zurückgerudert wurde, offenbart den Druck, unter den man geraten kann, wenn man gefördert werden will. Ein Profil, hieß es nun, könne man sich in dieser Gegend mit diesem Charlottenburger Stammpublikum, das man noch habe, nicht leisten.

Das war einmal anders: Die Bühne wurde 1919 - im nächsten Jahr wäre der 90. Geburtstag zu feiern gewesen - als erstes Privattheater Berlins gegründet. Damals klangen die Worte der künstlerischen, politisch und expressionistisch orientierten Leitung mutiger: "Die Tribüne soll ein Theater neuer Form sein, in dem der Versuch gemacht wird, einen dem veränderten Zeitbewusstsein entsprechenden Ausdruckstil für das Bühnenkunstwerk zu finden." Man wollte mit Uraufführungen zeitgenössischer Autoren wie Walter Hasenclever, Else Lasker-Schüler, Stefan Zweig "den Theatergenuss zu seinem eigentlichen Sinn zurückführen: Zur Vergeistigung gesitteter Hörer, zu unmittelbarer und tiefstgreifender Übermittlung des Dichtwerks, zur Erschaffung der Kultusstätte einer geistigen Gemeinschaft." Darüber hinaus war die Tribüne Austragungsort der legendären dadaistischen Publikumsbeschimpfungen mit George Grosz, John Heartfield, Wieland Herzfelde, Richard Huelsenbeck und Walter Mehring.

Berlin hat dank konsequenter Förderungspolitik das nächste leere, voll funktionstüchtige und auch irgendwie ganz hübsche Theatergebäude am Hacken. Könnte es als Ausweichspielstätte für die Kudammbühnen dienen? Oder möchte der Spezialist für Theater in ungünstiger Lage, Dieter Hallervorden, der das leer stehende Schlossparktheater neu erblühen lassen will, noch eine Nebenspielstätte in einer immerhin innerstädtischer gelegenen toten Ecke?

Berliner Zeitung, [16.12.2008]

 
Viele Händler haben ihre Waren reduziert, um die Kunden zum Kaufen zu animieren

Ja, ist denn jetzt schon Januar, konnten sich Kunden am Wochenende verwundert fragen. Fast alle Geschäfte hatten ihre Waren reduziert - und das mitten im Weihnachtsgeschäft, wo die Händler in vergangenen Jahren stets ordentlich zugeschlagen haben. Bis zu 50 Prozent Rabatt gab es bei Hennes & Mauritz am Kudamm, bei C&A wurden Jeans für 19 Euro angeboten, Peek & Cloppenburg am Tauentzien hatte den Mantel von Hugo Boss um 200 Euro auf 559 Euro heruntergesetzt. Bei Wertheim an der Schlossstraße kostete der Kaffeeautomat nur noch 699,90 Euro statt 899,90 Euro. Die Galeria Kaufhof am Alexanderplatz bot die Damenhandtasche von Joop um 60 Euro billiger für 339 Euro an.

Und selbst im KaDeWe am Wittenbergplatz waren die Waren kräftig reduziert: Der Burberry-Schal kostete statt 400 Euro 249 Euro und der Pullover von Strenesse war von 179 Euro auf 149 Euro heruntergesetzt. Von schlechten Umsätzen wollte jedoch kaum ein Händler etwas wissen. "Sie sehen doch, was hier los ist", sagte eine KaDeWe-Verkäuferin in der Abteilung Inneneinrichtung mit Blick auf die zahlreichen Kunden. "Ich habe schon fast keine Servietten mehr."

"Es hat immer wieder Jahre gegeben, in denen die Händler schon während der Adventszeit reduziert haben", sagte gestern Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. "Wenn einer anfängt Rabatt zu geben, ziehen die anderen nach." Und daher können sich die Kunden nun über ganz aktuelle Preisnachlässe freuen. Dies hänge damit zusammen, dass das Geschäft in der vergangenen Woche - anders als an den ersten beiden Adventssonntagen- nicht mehr so gut gelaufen sei. "Wir hatten am ersten Wochenende ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr und am zweiten ein Hauch von Plus", sagte er. Das dritte Adventswochenende sei jedoch gar nicht so schlecht gewesen, weil viele Kunden, die während der Woche nicht kamen, am Sonntag einkaufen gingen.

Von einem Einbruch könne keinesfalls die Rede sein, so Busch-Petersen. "Es ist erstaunlich, dass die Verbraucher überhaupt noch konsumieren, wo ihnen angesichts der internationalen Finanzkrise ständig vorgebetet wird, dass sie es eigentlich nicht mehr können." Er glaubt, dass die Menschen fast schon aus einer Trotzhaltung heraus munter Weihnachtsgeschenke einkaufen - so wie in den vergangenen Jahren. "Sie wollen sich die Feiertage nicht verderben lassen."

Die junge Kölner Touristin am Kudamm dagegen achtet mehr auf ihr Geld als früher: "Ich habe den Kreis derer, die ich beschenke, eingegrenzt. Die Hallo-Hallo-Freunde bekommen nichts mehr." Auch eine andere Frau sagte, sie werde in diesem Jahr weniger schenken. "Das liegt an meiner persönlichen Finanzkrise", erklärte sie. Ihr kleiner Sohn soll jedoch nicht darunter leiden. "Der kriegt so viel wie immer." So denken offenbar viele Eltern: Besonders viel gekauft werden nach Angaben von Busch-Petersen Spielwaren, aber auch Parfüm und Heimelektronik.

Sehr zufrieden mit den Umsätzen sind die Verkäuferinnen von Wäschehaus Elfi an der Schlossstraße. "Wir müssen keine Waren reduzieren", sagten sie. "Unsere Stammkunden halten uns die Treue."

"Sale"-Schilder hingegen im benachbarten Einkaufszentrum: "Bei uns läuft es nur, weil wir 30 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment geben", sagte die Verkäuferin einer Boutique. 2007 sei dies nicht nötig gewesen. Das könne auch daran liegen, dass die Händler falsch eingekauft haben. "Vielen Kundinnen gefällt das aktuelle Angebot nicht."

Berliner Zeitung, [15.12.2008]

 

 
Neue Ergebnisse über die Evolution der Seerosen

Die im Vergleich zu den heimischen Seerosen (Nuphar, Nymphaea) riesigen Blätter und Blüten der amazonischen Riesenseerosen waren bisher Anlass für die Anerkennung der Arten in einer eigenen Gattung Victoria. Neue Forschungsergebnisse basierend auf DNA-Sequenzen und einer detaillierten Analyse morphologisch-anatomischer Befunde stellen dies jetzt in Frage. In den nächsten Tagen werden die Ergebnisse in einem Sonderband der englischsprachigen Fachzeitschrift Taxon publiziert unter dem Titel „Nymphaeales – systematics and evolution of the water lily clade“. Mit diesem Sonderband wird der aktuelle Wissensstand über die Systematik und Evolution der Seerosenordnung Nymphaeales veröffentlicht. Herausgeber des Sonderbandes und Mitautoren sind Prof. Dr. Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin und Dr. Pamela S. Soltis, Kuratorin am Naturkundemuseum der Universität von Florida/USA.

Victoria oder Nymphaea: Ist die Riesenseerose eine Seerose?

Die Einbeziehung aller der etwa 80 Arten der Ordnung Nymphaeales (Seerosenartige) in morphologische und molekulargenetische Analysen legt nahe, dass die Gattung Victoria erst im Miozän vor ca. 20 Mio. Jahren aus gemeinsamen Vorfahren der übrigen Seerosen Nymphaea entstanden ist. Ergebnisse einer Stammbaumrekonstruktion, für die etwa 8.000 Nukleotide der jeweiligen Seerosen-Arten sequenziert und analysiert wurden, sprechen für diese Hypothese. Die Evolution morphologischer Daten ist allerdings bisher noch nicht ganz verstanden. Je nachdem, welche Merkmale analysiert werden, bestätigt sich die Hypothese oder es wird ein Schwestergruppen-Verhältnis der Gattungen Nymphaea und Victoria gefunden. Grund für die schwierige Interpretation sind starke Konvergenzen (unabhängige Mehrfach-Entwicklungen) in der Blütenbiologie. Verschiedene Seerosen, unter anderem Victoria, haben sich während ihrer Evolution an die Bestäubung durch Käfer angepasst.

Würde sich die Hypothese der Abstammung von Victoria von Seerosen der Gattung Nymphaea behaupten, so bedeutet dieses, dass die Gattung Victoria nicht als eigene Gattung aufrecht zu erhalten ist. Es müsste dann eine Umbenennung der Arten zu Vertretern der Gattung Nymphaea erfolgen. Also würde die Riesenseerose tatsächlich eine Seerose sein. An der weiteren Klärung dieser spannenden Frage forscht jetzt das Team um Thomas Borsch am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem.

Die Seerosen (Ordnung Nymphaeales) sind eine der ältesten Entwicklungslinien der Blütenpflanzen. Im Stammbaum der Blütenpflanzen zweigen sie direkt nach der urtümlichen neu-kaledonischen Amborella als zweiter Ast ab. Mit dieser frühen Abspaltung vor ca. 110 Mio. Jahren und der heute fast weltweiten Verbreitung sind die Nymphaeales eine Modellgruppe, an der wichtige Erkenntnisse über die frühe Evolution von Blütenpflanzen gewonnen werden. Seerosen haben in schrittweiser Anpassung an den aquatischen Lebensraum „schwimmen gelernt“. Eine bemerkenswerte Koevolution mit Bestäubern förderte die Evolution großer Blüten. Die Modellgruppe Nymphaeales erlaubt daher die Analyse von Evolutionsprozessen in Anpassung an neue Lebensräume in Raum und Zeit.
Seerosen sind heute auf der ganzen Welt beheimatete krautige Wasserpflanzen. Die größte Gattung ist Nymphaea mit ca. 50 Arten. Auch die nordhemisphärischen Mummeln (Nuphar) gehören mit einem Dutzend Arten zur Entwicklungslinie der Seerosen.

Riesenseerosen (Gattung Victoria) sind nur in Südamerika heimisch. Es sind nur zwei Arten bekannt: Victoria amazonica mit Hauptvorkommen im Amazonas und Orinoko und Victoria cruziana mit Hauptverbreitung im Rio Parana. Die meisten Botanischen Gärten zeigen den Besuchern die Riesenseerose Victoria in einem eigenen Gewächshaus: Die bis zu 2 Meter großen, kreisrunden Schwimmblätter sind eine Attraktion. Sie sind insbesondere durch ihre Stabilität bekannt, da sie bei gleichmäßiger Belastung bis zu 50 kg tragen können. Bilder von auf den Schwimmblättern der Riesenseerose sitzenden Kindern oder stehenden Erwachsenen sind weltberühmt. Die bis zu 30 cm großen Blüten von Victoria gehen an zwei aufeinanderfolgenden Nächten auf, zuerst weiß, dann rosa.
Entdeckt wurde Victoria im amazonischen Guayana Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie wurde dann 1837 von dem Forschungsreisenden und Botaniker Richard Schomburgk zu Ehren der englischen Königin Victoria als Victoria regalis benannt. Kurz darauf beschrieb der französische Forschungsreisende Alcide d’Orbigny eine weitere Art, Victoria cruziana, aus dem heutigen Bolivien.